Bewährungshelfer

  • Hallo,


    ich habe schon lange nichts mehr geschrieben und hatte auch gehofft das Thema "Knast" nach der Entlassung meines Sohnes aus meinem "Wortschatz" zu streichen!
    Aber das war ein großer Irrtum!
    Mein Sohn (22 Jahre) hat 13 Monate gesessen (BTM) . Er hatte eine 10 monatige Strafe im Erwachsenenvollzug und 1 Monate Jugendstrafe.
    Er hat nach 13 Monaten einen Therapieplatz bekommen und die Therapie nach 3,5 Monaten "erfolgreich" beendet!
    Er hat sich in der Nähe der Therapieeinrichtung eine Wohnung gesucht und sollte auch im Januar eine Ausbildung beginnen. Leider ist ein gesundheitliches Problem ufgetaucht und er kann die Ausbildung nicht beginnen.
    Er muß jetzt seit Anfang des Monats eine Maßnahme vom Arbeitsamt mitmachen "Vorbereitung auf eine Ausbildung".
    Nach seinen Erzählungen ist es ein Zeit absitzen! Aber er muß so wenigstens regelmäßig aufstehen und hat mehr oder weniger einen geregelten Tagesablauf!


    Nun zu meinem eigentlichen Problem. Er hat bei beiden Urteilen noch eine Bewährungsstrafe offen. Für die Erwachsenenstrafe hat er inzwischen eine Mitteilung 2 Jahre Bewährung.
    Das Jugendgericht hat sich noch nicht über die Länger der Bewährungszeit geäußert! Er ist seit dem 15.08.08 aus der Therapie entlassen.
    Er wartet also seit drei Monaten!! Ist das normal???
    Er hat noch keinen Bewährungsplan!!
    Ich merke das er einen Ansprechpartner dort benötigt.Ich wohne ca 100 km entfernt habe aber engen telefonischen Kontakt zu ihm.
    In der Therapie ist ihm gesagt worden er soll sich "abnabeln" von seiner Mutter, auch ich finde es sehr wichtig, aber er fühlt sich dort sehr alleine und überlegt immer wieder zurückzukommen. Er weiß aber das es gut ist von seinem "alten" Bekanntenkreis weg zu sein.
    Wie kann man ihm denn helfen?
    Hat vielleicht jemand eine Idee?


    Gruß
    Rike

  • Hallo Rieke,


    erstmal schön zu lesen, dass dein Sohn einen erfolgreichen Entzug hinter sich hat und auch seinem alten Umfeld fern bleiben will.


    Hat er denn einen Bewährungshelfer? Wenn ja würd ich mich mit dem mal in Verbindung setzen. Irgendwie macht es mich immer wütend wenn ich sowas lese. Da hat es jemand geschafft, braucht aber noch Hilfe und auf die kann er dann monatelang warten. Dabei ist auch nach einer Therapei eine weitere Unterstützung so dringend erforderlich.


    Bekommt er noch Hilfe von der Therapieeinrichtung, bzw. hat er da noch eine Anlaufstelle?


    Grüße Sammi

  • Hallo,


    das Problem ist ja, das er immer noch keine Information zu seinen Bewährungsauflagen hat.


    Er hat bis heute keinen Ansprachpartner genannt bekommen und hat leider auch nicht den Elan sich dort in der fremden Stadt durchzufragen / zu telefonieren. Er weiß nicht an wen er sich wenden muß.


    Ich möchte ihm das nicht wieder abnehmen, er muß es alleine schaffen, aber ich denke eben gerade Jugendliche mit Knast und Drogenerfahrung sind nicht in der Lage sich von sich aus zu kümmern.


    Er benötigt wenigstens die Adresse oder Rufnummer von der Stelle der Bewährungshelfer.


    Telefonieren kostet bekanntlich Geld und viel Geduld, aber genau das fehlt ihm.


    Leider hat er keinen Kontakt mehr zu der Therapieeinrichtung, dort ist scheinbar ein sehr schneller "Durchlauf" der Patienten und er kennt von den derzeitigen Patienten keinen mehr. Auch die Fahrt dorthin kostet Geld!


    Gruß


    Rike

  • Hallo Rike,


    das Gericht des ersten Rechtszuges ist für die Bewährungsentscheidungen zuständig und dort kann dein Sohn nachfragen. Ansonsten dauert es meist sehr lange, bis der örtlich zuständige Bewährungshelfer die Akten auf den Tisch bekommt. Das gilt insbesondere, wenn der Proband durch einen Wohnortwechsel nicht mehr im Landgerichtsbezirk des Erstgerichts wohnt. Zuständig ist nämlich die Bewährungshilfe bei dem Landgericht, in dessen Bezirk dein Sohn wohnt. Auch diese Stelle lässt sich über das Internet leicht herausfinden.


    Die Drogentherapie liefert nur das Rüstzeug für ein drogenfreies Leben, so dass dein Sohn gut daran täte , sich über die nächstgelegene Drogenberatungsstelle in eine ambulante Nachsorge zu begeben oder sich einer Selbsthilfegruppe anzuschließen. Auch hier findet er im Netz mögliche Gruppen etc, kann diese aber auch bei der Diakonie oder Caritas erfragen.


    Übrigens muss das Gericht nicht zwingend einen Bewährungshelfer bestellen, wenn Auflagen und Weisungen ausreichend erscheinen.


    Lieben Gruß


    hardy

  • Also erstmal würde ich noch den engen Kontakt halten bis er den Bewährungsplan und einen
    Bewährungshelfer hat. Er brauch ja auch einen Ansprechpartner. Irgendjemand den er außer Dich
    anrufen kann und fragen kann. Der auch auf ihn mit schaut und nachsieht ob alles in Ordnung ist.

  • Hallo,


    mein Sohn hatte bisher nur ein Schreiben das die Bewährungszeit für die Erwachsenenstrafe zwei Jahre beträgt ohne Information der Auflagen oder Weisungen.


    Er hat am Donnerstag endlich Bescheid bekommen und für die nächste Woche eine Einladung zum Erstgespräch erhalten. Aus dem Schreiben geht allerdings nicht hervor, für welche Strafe der Termin ist.
    Ich hoffe doch sehr das das von ihm versendete Schreiben Mitte Oktober an das Jugendgericht beachtet wurde, indem er auf die zweite Strafe hingewiesen hat.


    Den Tipp der Nachsorge oder Selbsthilfegruppe werde ich ihm geben. Ich verstehe allerdings nicht, warum das nicht von der Therapieeinrichtung geschieht.
    Vielleicht hat mein Sohn aber das auch nicht hören wollen?!?


    Gruß
    Rike