Tod eines Häftlings in der JVA Bruchsal

  • das kam am 26.08. laufend im Radio und steht auch im Netz:


    http://www.stern.de/panorama/j…m-gefaengnis-2133743.html



    gestern kam dann stdl. die Meldung dass einige Häftlinge in den Hungerstreik getreten sind
    und das steht darüber nun im Netz, hat lt. Pressebericht jedoch "nur" vvlt. reine Spekulation,
    mit der Essensqualität zu tun und nichts mit dem Tod des Häftlings.


    Sage dazu nur, also meine rein persönliche Meinung: Papier ist geduldig, denn ich nehme sehr wohl an,
    bzw. gehe davon aus:
    dass die Häftlinge ein Zeichen setzen wollen, und das auf ihre Art und im Rahmen ihrer Möglichkeiten.


    http://www.swr.de/landesschau-…1572/did=14092466/f4oncn/

  • In unserer JVA sind auch mehrere Stationen nebenan und unten im Hungerstreik,das geht hauptsächlich von den Russen aus.Es wurden bereits Sanktionen gegen die Redelsführer verhängt,wie ich von meinem Lebensgefährten gehört habe und die anderen Häftlinge werden mitbestraft,die Stationen wurden dichtgemacht,Kontaktsperre nach draussen. Unsere Station ist noch nicht betroffen,obwohl auch letzte Woche wieder verschimmeltes Essen ausgegeben wurde. Die eingepackten Brotaufsriche sind gott weiß wie alt. Ich könnte jetzt sagen,wenn die einen nichts mehr essen,werden die anderen wenigstens mal satt. Letztens gab es zum Abendbrot zwei Scheiben Brot,eine Microportion Butter ,eine Scheibe Wurst für das eine Brot und eine Scheibe Käse,für das andere. Auch nciht genug,wenn man schon das unappetitliche Mittagessen sausen lässt. Vor ca 3 Wochen wurde mir erzählt,Freitag- es gab Fisch.Der Hausarbeiter hat für jeden Häftling eine Portion paniert-gebratenen Fisch verteilt,mein Freund sagte: Moment mal,es gibt doch Zwei??? -Nein,nur eine Portion. - Willst du mich verarschen,es gibt immer Zwei Stück. --Nein heute gibts nur einen! Und am Ende kam raus,der Hausarbeiter hat sich die zweite Portion für jeden Häftling in die eigene Tasche gewirtschaftet. Da muß man sich nicht wundern,wenn die irgenwann querschlagen und sich wehren.

  • Bei uns auch schon einige Fälle,ich hoffe das sind nicht nur Trittbrettfahrer,sondern Leute
    die sich positiv für eine Verbesserung einsetzen. :)

  • Und in der JVA Bruchsal wurde jetzt, wegen der präkeren Situation, wie mir zu Ohren kam,
    der Kraftraum für die Häftlinge gesperrt,
    wodurch bei den Gefangenen wieder Unmut aufkommt.


    Und bez. panierten Fisch möchte ich nur anmerken, dass der,
    "wenn er vor dem "servieren" erst mal ne halbe Stunde auf dem Flur steht",
    wie "schon mal gegessen" schmeckt.


    Ok, ok, sie sind nicht im Grand-Hotel, sondern im Gefängnis,
    aber es sind Menschen und da sollte das Essen doch ausreichend
    und genießbar sein, da es auch durch unsere Steuern finanziert wird.


    Nicht jeder Gefangene kann sich selbst auf der Zelle versorgen,
    z.B. Spaghetti kochen im Wasserkocher, schmeckt auf die Dauer
    ja aber auch nicht, denn eine Kochplatte haben die allerwenigsten,
    wenn überhaupt, da das Geld dafür einfach nicht reicht, um sich
    mit Nahrungsmitteln einzudecken, um satt zu werden.


    Ich weiß sehr wohl, dass sie es Alle besser haben könnten,
    aber auf Grund ihrer Straftaten nun Gefangene sind.


    Habe mich letzte Woche jedoch sehr echauffiert, als ich andernorts
    lesen mußte, dass der Häftling, der verhungert ist,
    auf Grund seiner Straftaten als "Subjekt" tituliert wurde
    und das von einer Familienangehörigen eines ehemaligen Inhaftierten. :dong:

  • Hab eben mit ihm telefoniert,hab jetzt erfahren,daß es wohl nicht nur alleine um das Essen geht,er wollte nicht sagen was noch bestreikt wird,einer verpfeift den Anderen nicht und wir telefonieren ja auch oft "Stereo",nicht nur zu Zweit,da kann er mir auch nicht alles sagen,aber da muß wohl noch mehr vorgefallen sein.


  • Habe mich letzte Woche jedoch sehr echauffiert, als ich andernorts
    lesen mußte, dass der Häftling, der verhungert ist,
    auf Grund seiner Straftaten als "Subjekt" tituliert wurde


    Och Heckebeerle, da kannst du ruhig meinen Namen nennen/schreiben - ich steh zu dem was ich denke und meine und es ist mir so ziemlich egal, ob du dich darüber echauffierst.


    Wäre es meine Tochter gewesen, die er kaltblütig ermordet hätte, würde ich den noch ganz anders titulieren.
    Da ist das “Subjekt” noch harmlos!


    und das von einer Familienangehörigen eines ehemaligen Inhaftierten. :dong:


    Allerdings hättest du dir den Smiley hinter dem Satz sparen können.
    Nur weil ich Angehörige bin, heißt das nicht, dass ich alle Straftäter gleich sehe.



    Dieser Mann hat seine Freundin abgestochen, einen JVA-Beamten schwer verletzt, galt als hochgradig aggressiv und hat seit Monaten die Nahrung verweigert - warum sollte ich mit dem “Mitleid” haben und warum sollte ich daran einen Gedanken verschwenden, wie er zu Tode gekommen ist. Sollte festgestellt werden, das die Anstalt durch Unterlassen, nicht unschuldig an den Tod war, wird da sicherlich irgendeiner die Konsequenzen für tragen.


    Wir waren nicht dabei und was die Medien so verbreiten, wird sicherlich nicht zu 100% der Wahrheit entsprechen - das dürfte ja wohl jedem klar sein.


    In den letzten 8 Wochen gab es in Köln-Ossendorf 4 !!! vollzogene Suizidfälle - da wird bedauerlicherweise nichts drüber berichtet. Scheint nicht interessant genug zu sein, da es ja zusätzlich keine Hungerstreiks o.ä. dabei gab.

  • Willst du mich verarschen,es gibt immer Zwei Stück. --Nein heute gibts nur einen! Und am Ende kam raus,der Hausarbeiter hat sich die zweite Portion für jeden Häftling in die eigene Tasche gewirtschaftet.

    jetzt musste ich aber wirklich mal laut lachen.
    Zum einen verhungert niemand in der JVA. Und wenn das Mittagesen mal nicht genehm ist, dann ist das so.
    Und wenn der Hausarbeiter, sich von jedem die zweite Portion eingesteckt hätte, wäre jetzt in der Zeitung zu lesen:


    Hausarbeiter wegen überfressen geplatzt!

  • Ich bin immer ganz vorsichtig was die Berichte der Presse betreffen.


    Wie z. B. 34 Abendessen sind zurück gegangen!


    Bei uns sind es locker mehr gewesen, weil viele Inhaftiere sich über den Kaufmann selbst verpflegten, weil manche Wurst im Knast nicht schmeckte.
    Freitags war es für viele oft ganz schlimm, da gabs Fisch. Da sind von 780 Mittagsessen bestimmt 500 zurück gegangen.


    Inhaftierte nehmen solche Anlässe, wie der Todesfall in der JVA Bruchsal immer gerne zum Protest an. Nur kämpft und solidarisiert man dann nicht für die eigentliche Sache, sondern wie hier unteranderem für zu hohe Telefongebühren.
    Finde ich eigentlich schade, denn wir wissen alle, das in manchen Knästen das Essen nicht gerade 5 Sterne hat. Dies zum Anlass eines "Hungerstreiks" zu nehmen finde ich völlig überzogen.
    Hey da ist ein Mensch im Knast mit Untergewicht gestorben um das hätte man kämpfen sollen. Aber wie immer endet auch dieser Hungerstreik und vom totem Häftling ist nix mehr zu lesen.
    Gefangene beenden Hungerstreik



    Also, wenn ich das hier alles so lese muss ich ja froh sein, damals Gesund und wohl genährt aus dem Knast entlassen worden zu sein.
    Vorallem wenn hier Themen besprochen werden, die über dritte mitgeteilt wurden.

    Vor ca 3 Wochen wurde mir erzählt,Freitag- es gab Fisch.Der Hausarbeiter hat für jeden Häftling eine Portion paniert-gebratenen Fisch verteilt,mein Freund sagte: Moment mal,es gibt doch Zwei??? -Nein,nur eine Portion. - Willst du mich verarschen,es gibt immer Zwei Stück. --Nein heute gibts nur einen!

    Wie kann ein Hausarbeiter während der Ausgabe des Essens soviel Fisch einsacken?? Kann ich einfach nicht glauben, will ich auch nicht.
    Bei der Ausgabe sind immer Vollzugsbeamte dabei und am Schwarzen Brett hängt ein Speiseplan mit den Gerichten aus ( der beinhaltet auch die Nährwerte usw.) damit solche "Unterschlagungen" nicht stattfinden können. Der Aushang des Speiseplanes ist gesetzliche Pflicht und in jeder JVA in der ich war konnte ich den Speiseplan auch lesen.


    Ich halte das für übliches Knackiegeschwätz :prost:

  • Ich hatte das im Radio gehört und schnell im Net Infos dazu gesucht. Aber die Todesursache scheint ja noch nicht fest zu stehen. Jedenfalls wird einem ganz schön mulmig, wenn man so was hört. Wenn man dann noch bedenkt, daß der junge Mann grade mal 17 war ... einfach furchtbar.

  • Ja, das ist wirklich entsetzlich, denn da denke ich auch an seine Eltern, die ihr Kind verloren haben
    und dann noch in Haft, denke daran wie es ihnen nun geht, denke daran wie verzweifelt sie sind,
    wieviele Fragen sie sich nun stellen, warum ihr Sohn zu Tode kam.


    Sowas ist wirklich schlimm, denn er stand ja erst am Anfang seines Lebens.

  • Ich habe es auch gelesen, das hätte so nicht passieren dürfen.


    Aber von dem 17 jährigen, der in Adelsheim gestorben ist, hat man immer noch nichts über die genaue Todesursache gehört. So langsam müßte die Ergebnisse der Obduktion ja vorliegen.

  • Ich habe es auch gelesen, das hätte so nicht passieren dürfen.


    Im Radio bei uns kam, dass der Anstaltsleiter es abgelehnt hatte, den Häftling auf den Hohen Asperg in die Klinik einweisen zu lassen,
    damit er da zwangsernährt wird.


    Diese Fehlentscheidung kostet ihm vllt. nun seinen Beamtenstatus und das ist auch schlimm,
    denn er war ja 40 Jahre im Dienst und hat nun wegen eines Häftlings der meiner Meinung nach,
    nach dem Inhalt seiner Akte in die Psychatrie gehört hätte und nicht ins Gefängnis,
    so ne schwerwiegende Anzeige am Hals.
    Kann ja auch sein, dass er kurz vor der Pensionierung stand und nu?


    Vllt. war er ja der Meinung, "der ißt schon wieder", aber das war ein Trugschluß, für den er jetzt zur Rechenschaft gezogen wird.


    Gibt da einen Spruch, der weithergenommen irgendwie aber doch passend ist:


    "Hast Du im Leben tausend Treffer,
    die Menge nickt und geht vorbei,
    doch nie vergißt der kleineste Kläffer,
    schießt Du ein einzigmal vorbei."


    Denke da aber auch an meinen Sohn, denn als er den SV gemacht hat, hätten sie ihn ja auch verbluten lassen können,
    weil sie hätten denken können,
    - ok, der will sterben, dann lass ihn sterben, merkt ja keiner, dass wir nachgeschaut haben -.


    Aber als sie ihn in seinem Blut da liegen sahen, haben sie ihn sofort in eine Klinik gebracht, wo er gerettet wurde.


    Mein Sohn hat nicht nur ein Testament und mehrere Abschiedsbriefe geschrieben, sondern auch 10 Seiten an den Anstaltsleiter hinterlassen,
    in dem er ihm auch begründet hat, warum er seinem Leben ein Ende gesetzt hat.


    Was dann jedoch nicht eintraf, weil die Beamten sofort reagiert und ihn somit gerettet haben.


    LG Heckebeerle

  • Da haben wohl einige versagt.


    Der Fehler ist halt schwer wiegend, den kann die Anstaltsleitung nicht rückgängig machen. Wenn da meine Pension dran hängt, dann ruf ich doch lieber einmal zu viel einen Arzt, als einmal zu wenig. Der Anstaltsleiter hat so diesem Häftling die Chance gegeben auch sein Leben kaputt zu machen.

  • Aber von dem 17 jährigen, der in Adelsheim gestorben ist, hat man immer noch nichts über die genaue Todesursache gehört. So langsam müßte die Ergebnisse der Obduktion ja vorliegen.


    Das ist das Neueste aus Adelsheim, was ich gerade im Netz gefunden habe,
    denn dort hat schon wieder ein 19j. versucht, sich das Leben zu nehmen.

    Der Tod des 17jähren ist weiter ungeklärt.


    http://www.stuttgarter-zeitung…ac-ade6-d2defe7d5056.html

  • Das ist einfach Wahnsinn was da in Adelsheim passiert. Ich frag mich wo da die psychologische Hilfe war, wenn keiner erkennt daß der junge Mann Selbstmord gefährdet ist.