Romane "Der Landser" illegal?

  • Hallo zusammen,


    habe heute wieder Merkwürdiges erlebt.


    Mein Mann hat sich, weil er die Bücherei bereits durch hat, von zu Hause Bücher mitgenommen.
    Dies waren Kriegsromane in Taschenbuchformat. Bisher gab es kein Problem damit.
    Heute hat er sich von zu Hause eine Hand voll seinen alten "Der Landser" Taschenromane mitgenommen.
    Diese wurden ihm bei der Eingangskontrolle mit der Begründung, es handele sich um verbotene, auf dem Index befindliche Lektüre handeln, abgenommen.
    Da es sich um mehrere Exemplare handelte wurde ihm weiterhin 'Verbreitung kriegsverherrlichender Literatur' vorgeworfen.
    Zusätzlich wurde sogar der Staatsschutz informiert.


    Ich habe das Internet hin und her gedreht und auf den Kopf gestellt, aber ich habe Nichts finden können.
    Auch auf der Liste der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Medien steht davon nix.
    Die Reihe wurde zwar eingestellt und hat wohl auch oft für Diskussionen gesorgt, aber man kann sie nach wie vor kaufen (ebay, amazon, etc.).


    Gibt es dafür gesonderte Vorschriften für den Strafvollzug?


    Ich gebe ja zu, dass es vllt. nicht sonderlich geschickt war die Hefte mitzunehmen, aber die Taschenbuchromane waren doch auch kein Problem.
    Ich habe mir noch nie Gedanken darüber gemacht, da mein Mann alles andere als rechtgerichtet ist.


    Verwirrte Grüße
    Mama Tembo

  • Hallo Mama Tembo,


    ich telefonierte mal mit einer Anstaltsleitung persönlich. Hatte auch bzgl Bücher eine Frage, die sie so beantwortet hat:


    Über das Einbringen von Büchern, welche und wieviele entscheidet immer die AL selbst.


    Ich erlaube alles.


    Vielleicht ist Dir damit geholfen?


    LG

  • Hallo Mama Tembo


    Ich denke mal , dass es doch mit dem Hintergrund des Landsers zutun hat, warum die JVA dieses nicht genehmigt.
    Der Begriff Landserheft wird ja immer noch als kriegsverherrlichende Trivialliteratur schlechthin gebraucht.


    maximus

  • Selbstverstaendlich kann die JVA das Heft verbieten, den es gehoert sicher zu den kriegsverherrlichenden Schriften. Auch wenn die Hefte nicht indeziert ist, so kann ich sehr wohl nachvollziehen das die JVA zu der Auffassung kommt das dies einen schlechten Einfluss auf die Haeftlinge hat.


    Allerdings den Staatschutz zu informieren ist laecherlich. Dazu muesste ja eine Straftat vorliegen, oder zumindestens der Verdacht einer Straftat. Es gab ein Gutachten das alle Ausgaben nicht gegen die Gesetze verstossen. Viele Ausgaben wurden des oefteren Ueberprueft.


    Nun informier uns wenn da wirklich ein Fall daraus gemacht wird.

  • Dieses Problem mit den selbst mitgebrachten Büchern kenne auch ich und wundert mich eigentlich doch schon ein wenig, das manche Vollzugsbeamte vom Bauch heraus handeln und den Gefangenen mit einfach dahin gesagten Sprüchen abfertigen, ohne sich vorher einmal richtig schlau zu machen.
    Ich erinnere mich noch an den Tipp meines damaligen ADL's:
    "Bücher einfach über den Sozialdienst bestellen"

  • So, hat ja etwas länger gedauert, aber nun mal das 'Ende vom Lied' singen sds


    Mein Mann hat die Hefte, die am nächsten Tag ordentlich sortiert und glattgestrichen waren (waren teilweise bis zur gelesenen Seite umgeblättert), wieder mitgenommen und mir mitgegeben.
    Offensichtlich war der Bedienstete etwas übereifrig, denn es kam weiter nichts nach.
    Nach dem Aufstand hatte mein Mann mindestens damit gerechnet in die nächte Konferenz geladen zu werden, aber außer einer nichtssagenden Bemerkung des Leiters der Außenstelle, kam da nix.


    Das Gutachten des Verlages hatte ich den Abend noch ausgedruckt und meinem Mann am Folgetag mitgegeben, für den Fall der Fälle, brauchte er aber nicht.


    Somit ist dieses Kapitel auch abgeschlossen.


    Liebe Grüße
    Mama Tembo