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Kristin1991

Junkfrau

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1

Samstag, 3. Januar 2009, 21:45

wohl wahr.....

Ich habe letztens einen sehr schön geschriebenen Text im Internet gefunden und wollt ihn mal hier rein stellen....

"Ein Urteil ergeht. "Im Namen des Volkes", d.h. auch im Namen deiner Mutter, deiner Frau und deiner Freunde, denn auch diese sind das Volk. Keiner frage sie, ob sie damit einverstanden sind. Ein Richter sprach Recht für ein mündiges Volk in einem demokratischen Land. Für dich heißt dieser Urteilsspruch meist Freiheitsentzug - irgendwo in einer Haftanstalt, fernab von all dem, was bisher dein Leben ausgemacht hat.
Die Routine des in einem Paragraphenkorsett eingeschnürten Justizapparates hat über dich Recht gesprochen. Recht, das aus Schwachen, Irrenden, Fehlbaren, aber auch aus Starken und Verantwortungsbewussten - kurz Menschen - Feinde der Gesellschaft macht.
Denn wärst du ein Freund, welchen Grund hätte man dich einzusperren?
Wenn auch der Strafvollzug sich allmählich, selbst in Deutschland, bessert, so ändert sich nichts durch die Tatsache, dass kaum einer durch einen Gefängnisaufenthalt besser geworden ist.
Haft heißt Abbruch oder Entfremdung all deiner Beziehungen. Der Mensch wird entwurzelt. Freundschaften und Ehen zerfallen. Freunde und Bekannte wenden sich ab, du veränderst dich, weil sich dein Umfeld verändert hat.
Du wirst von der Gesellschaft isoliert und dein Lebensraum ist auf Jahre hinaus die unwirkliche Welt einer Haftanstalt.
Alles was "draußen" richtig und lebensnotwendig war, kann hier falsch sein. Eigenverantwortung, Höflichkeit und Menschenwürde verschwimmen bis zur Unkenntlichkeit. Gefängnisstrafen, und seien es auch "nur" Monate, können für manche Menschen zum Ende ihres Lebens werden, ihres eigentlichen Lebens. Manchmal wird es sogar dem Phantasielosesten augenfällig: Man findet den Häftling erhängt in seiner Zelle. Justizbeamte, die nur ihre Pflicht getan haben, schütteln verwundert ihren Kopf.
Potentiell gehören diese Menschen zu der Gruppe der Ersttäter, die noch nie im Gefängnis waren. Aber auch andere, denen die Art der Kasernierung unerträglich ist und nun im Gefängnis nur noch für sich leben sollen. Einige davon sind in Ehren, sagen wir, 50 Jahre alt geworden. Leben und Lebensgewohnheiten waren für sie identisch.
Ihren Lebensinhalt haben sie in einem Beruf gefunden, der nach Verbüßung der Haft nicht mehr ihr Beruf sein kann oder darf. Männer, die für ihre Frauen und Kinder gelebt haben - die sich nun abwenden.
Welcher Staatsapparat, welche Ideologie nimmt schon Rücksicht auf Einzelschicksale? Nicht der Besserung des einzelnen, so sagt die Autorität des Gesetzgebers, soll die Strafe dienen, sondern zur Abschreckung von vielen. Darf man einen Menschen zu solchen fragwürdigen Zwecken missbrauchen? Das Vollzugsziel erreichen, ein besserer Mensch werden und ein nützliches Mitglied der Gesellschaft!
Wann wohl ist das Vollzugsziel erreicht? Was besagt Besserung? Ab wann ist man ein "nützliches Mitglied" der Gesellschaft? Ist das Vollzugsziel erreicht, wenn man zu der Einsicht gekommen ist, den falschen Weg gewählt zu haben? Dazu, glaube ich, bedarf es keiner Gefängnisstrafe! Ist man gebessert, wenn draußen die Existenz zerstört und die Ehe oder Freundschaft kaputt ist? Ist man ein nützliches Mitglied der Gesellschaft, wenn man unselbständig, weltfremd und zum absoluten Befehlsempfänger geworden ist? Gerät er nicht mehr auf den falschen Weg, wenn er, wie es so schön heißt, mit allen Chancen, aber mittellos, vor das Tor gestellt wird? Wenn sein Leben, seine Seele, seine Gefühle und sein Sexualtrieb deformiert, verkrüppelt und unwirklich geworden sind? Allein in sich selbst. Ohne Hoffnung auf Hilfe, mit einer ungewissen, unbekannten Zukunft. Ist er dann gebessert, hat er dann das vielberufene Vollzugsziel erreicht? Bis hier ein intelligenter und menschlicher Konsens gefunden ist, der Abhilfe schaffen würde (vermutlich nicht, indem man die Menschen dem Strafvollzugsgesetz anpasst), wird noch viel Wasser den Rhein hinunterfließen. Strafvollzug in der bestehenden Form kann nicht sinnvoll sein. Dies beweist schon die hohe Rückfallquote, die man irrtümlicher Weise immer auf die Labilität des Betroffenen zurückführt, obwohl der Strafvollzug, der mit Entbehrungen, Gleichgültigkeit, Verrohung und unnatürlichen Lebensbedingungen angefüllt ist, einen viel größeren Teil der Schuld trägt."

geschrieben von: Michael Diehl Quelle: Knast.net edit by Mod Annamaria

nicemama

unregistriert

2

Samstag, 3. Januar 2009, 22:39

So etwas ähnliches hab ich doch schon mal gelesen und zwar....



in "Briefen von Inhaftierten" der Beitrag "Gedanken eines Inhaftierten" geschrieben von Scherin....



@Kristin1991 Ich hab mit deinen Beitrag schon durchgelesen und irgendwie hat mich dass zum Nachdenken gebracht...

Viele liebe Grüße Nicemama

angelika1955

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3

Samstag, 3. Januar 2009, 22:44

Ich kenne den Verfasser des Textes, welcher im Übrigen in Knast.net nachzulesen ist, vom Sehen, da er in der JVA in der mein Sohn einsitzt, schon lange ist und auch eine lebenslange Freiheitsstrafe verbüßt. Da er eine sehr grausame und sadistische Straftat begangen hat, ist noch keine Entlassung in Sicht, falls er überhaupt noch mal entlassen wird.

Zitat

"Ein Urteil ergeht. "Im Namen des Volkes", d.h. auch im Namen deiner
Mutter, deiner Frau und deiner Freunde, denn auch diese sind das Volk.
Keiner frage sie, ob sie damit einverstanden sind.


Das ist für mich großer Humbug, denn wenn das Volk bei dem Verfasser entschieden hätte, dann wäre die Mehrheit für die Todesstrafe gewesen. Er kann froh sein, dass das Urteil von einem Richter gesprochen wurde und nicht vom Volk.

Das gleiche gilt auch für alle andere Straftaten, hätte das Volk zu entscheiden, dann würden sich sehr wahrscheinlich alle Straftäter umschauen, da sie mit wesentlichen längeren Haftstrafen zu rechnen hätten.
Angelika

Kristin1991

Junkfrau

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4

Samstag, 3. Januar 2009, 23:02

hey Angelika.....

Ich weiß die vorgeschichte von diesen Verfasser nicht... ist schön länger her als ich diesen Artikel gefunden habe....
Ich denke die Richter handeln zu streng mit den Straftätern abgesehen von Kinderschänder, Vergewaltiger und Mördern.
Doch ein Jugendlicher der sein ganzes Leben noch vor sich hat mehrer Jahre einzusperren finde ich nicht gut. Und bei den Gründen warum ich es nicht gut finde hab ich mit dem Inhaftierten die gleiche Meinung.
Ich finde eine angemessene Strafe auch nicht falsch doch ich denke ein paar Monate Haft würden manchen Jugendlichen und Erwachsenen auch reichen und sie würden drauß lernen. ( Es gibt auch Ausnahmen)

angelika1955

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5

Samstag, 3. Januar 2009, 23:19

Hallo Kristin,

gerade Jugendliche erhalten, bevor sie eingesperrt werden sehr viele Chancen. Da muss schon sehr viel zusammen kommen oder die Straftat war dementsprechend, bis ein Jugendlicher ins Gefängnis kommt. Leider ist es meist so, dass die Jugendlichen ihre Chancen nicht ernst genug nehmen und wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, dann ist die Jammerei groß.

Warum soll z. B. jemand der mit Drogen handelt, Einbrecher, ein Betrüger oder jemand der eine Oma überfallen hat, nur ein paar Monate in den Knast? Das ist für mich nicht nachvollziehbar. Auch bei denen gibt es Opfer.

Erklär doch mal bei welchen Straftaten Deiner Meinung nach ein paar Monate Haft ausreichen?
Angelika

Kristin1991

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6

Samstag, 3. Januar 2009, 23:56

Ich denke das ein paar Monate reichen um zu kapieren wie es ist von der Außenwelt isoliert zu sein! Ein paar Monate reichen auch, um drüber nachzudenken was man gemacht hat. Ja genau Jugendlichen werden genug chancen gegeben um nicht gleich in den Knast zu kommen doch was ist eine Bewährungsstrafe oder Arbeitsstunden... Sie haben keine großartigen Einschränkungen und wieviele werden wieder Rückfällig in der Bewährungszeit? Es sind mehr als genug. Würden die Richter gleich ordentlich bestrafen und den Jugendlichen ein paar Monate Haft geben um über alles nachzudenken und dann auf bestimmte Auflagen raus lassen würde es ganz anderst aussehen. (Ist meine Meinung) Doch wenn die Jugendlichen zich mal Bewährung bekommen und dann auf alle Widerruf bekommen + die neue Strafe finde ich es eindeutig zuviel. Klar sind alle selber dran Schuld doch ich denke die Jugendlichen kann man auch noch anderst bestrafen als mit ein paar Jahren. Und vorallem bei Jugendlichen leiden doch die Eltern,Großeltern und Verwandten mehr als der Inhaftierte.
Naja es ist meine Meinung dazu und ich kann dir auch nicht sagen bei welchen Straftaten ich sone Strafe anwenden würde den bei den Jugendlichen sollten die Richter auch mehr die hintergründe erfragen warum und wesshalb sie das gemacht haben und dies auch mit Berücksichtigen.

Wanda

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7

Sonntag, 4. Januar 2009, 00:26

Hallo Kristin1991,

ich schreibe es deinem jugendlichen Alter und deiner momentanen Situation zu, dass du so einseitig denkst und argumentierst.
Mehrjährige Haftstrafen erhält man im allgemeinen nicht für Kavaliersdelikte. Dass Eltern, Großeltern und Verwandte unter Umständen mehr leiden als der Inhaftierte ist richtig, aber mit Sicherheit nicht die Schuld von Richtern und Paragraphen, sondern einzig und allein die Schuld desjenigem, der nicht imstande war ohne Straftaten durchs Leben zu gehen.

Wie wäre deine Sicht der Dinge wenn du Opfer wärest anstatt Angehörige?

Wanda

nicemama

unregistriert

8

Sonntag, 4. Januar 2009, 08:31

( Es gibt auch Ausnahmen)
Ja mein Mann ist so eine Ausnahme, aber das ist ein anderes Thema. :noo:


Naja es ist meine Meinung dazu und ich kann dir auch nicht sagen bei
welchen Straftaten ich sone Strafe anwenden würde den bei den
Jugendlichen sollten die Richter auch mehr die hintergründe erfragen
warum und wesshalb sie das gemacht haben und dies auch mit
Berücksichtigen.


genau da hast du meiner Meinung nach recht Kristin1991. Es hängt bei Jugendlichen oft mit den hintergründen zusammen dass sie eine Straftat begehen. (Gewalt in der eigenen Kindheit, schlechte Freunde, usw...)Erwachsen ist man nach dem Gesetzt mit 21 und ich denke alles was vorher in einer Straftat endet, i geschieht nur mit Naivität (ich werd schon nicht erwischt) und unüberlegtheit und Dummheit. Die jugendlichen denken nicht nach (mein Mann ist heute noch so, erst machen dann denken, aber wie gesagt ein anderes Thema)

Ich denke wenn man Jünger als 21Jahre ist, dann hat man noch keine Ahnung von der großen weiten Welt, da draußen. und gerade dann sollten Richter nach dem Knast auch eine Therapie, in welcher Form auch immer, mit an die Strafe hängen.(z.B.: nur 3Monate Haft und anschließend eine Therapie) egal ob dass jetzt eine Drogentherapie oder Familientherapie ist, oder ob der Betroffene eine psychische Störung hat und dann eine Therapie braucht.

Auch finde ich Arbeitsstunden z.B. in einem Altenheim oder im Tierheim eine gute Strafe für Jugendliche. denn irgendwann werden die auch mal alt und müssen dann betreut werden.

Ich hatte vor ca. 8Jahren einen Kumpel der musste Sozialstunden in einem Altenheim machen und danach hat er eine Außbildung in diesem Bereich gemacht und ist bis heute ein guter Betreuer der alten Leute und ist nicht mehr Straffällig geworden.... Klar ist er nur eine Ausnahme gewesen aber auch ein Vorbild für andere Jugendliche Straftäter.

Viele liebe Grüße Nicemama

angelika1955

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9

Sonntag, 4. Januar 2009, 09:25

Hallo Nicemama,

Erwachsen ist man nach dem Gesetz nicht mit 21 Jahren sondern schon mit 18 Jahren. Nur bei Straftaten greift das Jugendstrafgesetz bis zum 21. Lebensjahr.

Du stellst hier die Jugendlichen als äußerst dumm und naiv hin und dass sind sie weiß Gott nicht.

Es gibt durchaus Jugendliche und dass ist die Masse, die sich auch mit 18 Jahren ihrer Verantwortung bewusst sind, eine Ausbildung machen und ihr Leben geregelt bekommen, nicht straffällig sind und nicht im Knast einsitzen.

Nicht nur Jugendliche Straftäter denken nicht nach, sondern auch erwachsene Straftäter sind nicht anders. Würden sie nachdenken welche Folgen eine Straftat für sie, für andere und auch für die Familie hat, dann würden sie keine begehen. Ob erwachsener oder jugendlicher Straftäter, beide rechnen nicht damit erwischt zu werden.

Auch wissen die meisten jugendlichen Straftäter was Recht und Unrecht ist. Auch ein Jugendlicher hat die Möglichkeit bei falschen Freunden "nein" zu sagen. Nicht die falschen Freunde sind schuld, sondern der Jugendliche selber, er trägt die Verantwortung für sein Verhalten und hat die Konsequenzen zu tragen.

Therapien werden jugendlichen Straftätern angeboten, auch im Knast. Nur können Jugendliche genauso wie Erwachsene nicht dazu gezwungen werden.

Zitat

Ich hatte vor ca. 8Jahren einen Kumpel der musste Sozialstunden in
einem Altenheim machen und danach hat er eine Außbildung in diesem
Bereich gemacht und ist bis heute ein guter Betreuer der alten Leute
und ist nicht mehr Straffällig geworden.... Klar ist er nur eine
Ausnahme gewesen aber auch ein Vorbild für andere Jugendliche
Straftäter.


Klar ist Dein Kumpel eine Ausnahme, weniger glaube ich daran, dass jugendliche Straftäter ihn als Vorbild nehmen werden. Die machen sich darüber erst keine Gedanken. Die Gedanken machen sie sich erst wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist, sie viele Chancen verspielt haben und einsitzen.

@Kirsten

Zitat

Und vorallem bei Jugendlichen leiden doch die Eltern,Großeltern und Verwandten mehr als der Inhaftierte.


Und wer ist für das Leid der Eltern, Großeltern, Geschwister, des evtl. Opfers etc. verantwortlich? Keine Justiz, keine falschen Freunde, sondern der Jugendliche selber.
Angelika

raupe

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10

Sonntag, 4. Januar 2009, 09:45

ich denke auch das die jugendlichen die straffällig geworden sind auch ganz ganau wußten was sie erwartet wenn sie erwischt werden!ja auch eierdiebereieen werden bestraft,wenn es zu viele hintereinander sind, oder auch immer schwerwiegender werden (Man kann auch schon fürs schwarzfahren mal hinter gittern landen)ja und sie haben genug chancen bekommen, das sind bewährungsstrafen die auferlegt werden aber fast nie oder gar nicht beachtet werden, wie bitte soll man da als " im namen des volkes" entscheiden? die die opfer sind wollen gleich hohe strafen haben die die nur am rande mitbekommen was geschehen ist meinen "bischen viel strafe für das bischen" und auch die täter sind ja meist der meinung " ich hab ja nur ein bischen gestohlen, nur einmal scharzgefahren, oder nur einmal zugehauen"
wie entscheidet man richtig wann falsch?
erwwachsen sind die jugendlich meist schon viel früher, meinen es jedenfalls zu sein, sie machen ja auch sachen die erwachsenen straftäter tun also sollen sie auch so bestraft werden, ist meine meinung!

nicemama

unregistriert

11

Sonntag, 4. Januar 2009, 09:50

@ Angelika, ich bin einfach der Meinung dass wenn jugendliche etwas falsch machen, eine Straftat begehen, nicht darüber nachdenken sondern einfach nur handeln. sie denken vorher . Sie sind zu Naiv um zu merken was ihr falsches Handeln für Folgen haben könnte.

Mein Mann ist heute noch so :noo: . Du hast schon recht dass Erwachsene auch noch so sind.


"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr

Aber ich halte auch an meiner Meinung fest, dass falsche Freunde und ein schlechtes Familienumfeld (Ausnahmen bestätigen die Regel) daran schuld haben können, dass ein Jugendlicher absumpft.

"Was Hänschen nicht lernt, lernt Hans nimmermehr"

Es gibt so viele Faktoren, ich hatte nie Freunde die Drogen nehmen oder irgendwo einbrechen. Hätte ich welche gehabt, dann wäre ich bestimmt mit denen mitgezogen...


"Der Mensch ist ein Rudeltier" spätestens in der Pubertät laufen die Jugendlichen mit dem Strom der Freunde. Der eine findet rechtzeitig den Abrsprung, der andere eben nicht.
Klar trägt der Straftäter die Konsequenzen seines Handelns, dass ist ihm im Nachhinein bestimmt auch bewusst, aber eben erst im Nachhinein.

Therapien werden jugendlichen Straftätern angeboten, auch im Knast. Nur
können Jugendliche genauso wie Erwachsene nicht dazu gezwungen werden.



Klar wenn ich schon im Knast sitzte will ich auch keine Therapie mehr machen. Ich meinte nach dem Knast sollte es einfach zu einer Auflage werden.... Für mich haben die 'Hintergründe der Straftat eine Bedeutung.





Viele liebe Grüße Nicemama

Annamaria

unregistriert

12

Sonntag, 4. Januar 2009, 09:52

Ich sprech jetzt hier nur für mich und unsere Situation und ich muß leider deutlich sagen, das ich für meinen Sohn in der langen Haftstrafe die größere Chance sehe, künftig straffrei zu leben.
Ich bin davon überzeugt, hätte mein Sohn damals nur eine kurze Haftstrafe bekommmen, wäre er relativ schnell nach seiner Entlassung wieder in sein altes Fahrwasser zurückgefallen. Durch die lange Haft hatte er die bessere Möglichkeit, als Mensch zu reifen und sich über seine Ziele und Vorstellungen von seinem Leben klar zu werden.
Nicemama, ich glaube das mit vom Richter verordneten "Zwangs"-therapien jugendlichen Straftätern nicht geholfen ist. Es kommt immer auf den Menschen selbst drauf an, wie groß der Wille ist, ein Leben ohne Drogen, Alkohol und Straftaten zu leben. Kein Mensch wird von seinem Umfeld dazu gezwungen, straffällig zu werden sondern entscheidet dies selbst für sich.

Annamaria

angelika1955

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13

Sonntag, 4. Januar 2009, 10:19

Zitat

Aber ich halte auch an meiner Meinung fest, dass falsche Freunde und
ein schlechtes Familienumfeld (Ausnahmen bestätigen die Regel) daran
schuld haben können, dass ein Jugendlicher absumpft.


Wie erklärst Du Dir dann, dass viele Menschen in der Kindheit ein schlechtes Familienumfeld hatten und nicht kriminell wurden? Wenn es nicht am schlechten Familienumfeld liegt, dann sind es eben die falschen Freunde.

Es werden ja auch nicht alle Kinder von Inhaftierten straffällig, wo man das Familienumfeld ja auch nicht als gut bezeichnen kann.

Ich vermisse bei Dir, dass Du überall die Schuld suchst, nur bei dem Jugendlichen selber nicht. Der Jugendlichen handelt in dem Moment wenn er eine Straftat begeht, in eigener Verantwortung, er wird ja nicht dazu gezwungen. Ist nicht anders als bei erwachsenen Straftätern.

Zitat



Mein Mann ist heute noch so :noo: .


Solange er immer noch jemanden hat, der ihm seine Verantwortung abnimmt und er sich um seine Dinge nicht selber kümmern muss, wird er sich nicht ändern.

Vielleicht ist der Knast ja für ihn eine Chance, da muss er eine gewisse Eigenverantwortung übernehmen, da er sich um Dinge, die seine Inhaftierung angehen, selber kümmern muss.
Angelika

nicemama

unregistriert

14

Sonntag, 4. Januar 2009, 10:29

Klar jeder Mensch ist anderst und reagiert anderst auf verschiedene Situationen. Und klar ist auch dass du als Mutter weißt was für deinen Sohn besser ist oder eben auch nicht.

Ich kann natürlich auch nur von meiner Seite aus sprechen und so wie ich meinen Mann jetzt kenne, war sein Zeit vom "Kind sein" nicht dass richtige für ihn. Es sollen keine Entschuldigungen sein, sondern nur Faktoren die zu seinem falschen Handeln geführt haben. Dass er selber Schuld ist schon so oft im Gefängnis gesessen zu sein, weiß er.

Aber meinem Mann hat es nicht gut getan fast jedes Schuljahr in einer anderen Schule verbracht zu haben. Seine Kindheit in einem Kinderheim verbracht zu haben. Ihm wurde nicht aufgezählt und erklärt was Recht und Unrecht ist. Er hat nicht gelernt erst zu denken und dann zu handeln.

Viel besser hätte er in einer Familie groß werden sollen wo man geliebt und respektiert wird. Klar hätte dann immer noch was schief laufen können. Der Knast hat ihm nur gezeigt dass er ein Verbrecher ist, sowie es sein Vater ihm immer wieder gesagt hat.

@Annamaria: Wird es denn nicht schwer wenn dein Sohn entlassen wird wieder Arbeit zu finden, weil ja eine große Lücke im Lebenslauf entstanden ist? Der zukünftige Arbeitgeber wird schn wissen wollen was er die letzten Jahre getan hat. Wo wird er wohnen wenn er wieder draußen ist?
Er hat ja kein Anfang, keine Wohnung, keine Möbel,keine Arbeit wenn er rauß kommt. Aber er hat natürlich dich...und das ist ja schon mal was. :thumbup: Ich kann mir dass nur schwer vorstellen wie es ist nach längerer Zeit wieder frei zu sein.

Das soll sich jetzt nicht so anhören, als würde ich schlecht über dein Sohn urteilen, ich weiß grad nur nocht wie ich es rüber bringen soll. Ich kann mir dass nur schwer vorstellen wie es ist nach längerer Zeit wieder frei zu sein.

Viele liebe Grüße Nicemama

nicemama

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15

Sonntag, 4. Januar 2009, 10:41

Vielleicht ist der Knast ja für ihn eine Chance, da muss er eine gewisse Eigenverantwortung übernehmen, da er sich um Dinge, die seine Inhaftierung angehen, selber kümmern muss.
Der Knast war bisher nicht die richtige Lösung, also wird es auch in Zukunft nicht dir richtige Lösung sein.


Ich vermisse bei Dir, dass Du überall die Schuld suchst, nur bei dem
Jugendlichen selber nicht. Der Jugendlichen handelt in dem Moment wenn
er eine Straftat begeht, in eigener Verantwortung, er wird ja nicht
dazu gezwungen. Ist nicht anders als bei erwachsenen Straftätern.


ich sag ja auch nicht dass der Jugendliche nicht selber schuld ist, sondern nur das schlechte Freunde und ein schlechtes Familienleben, Faktoren für das falsche Handeln sein könnten.
Natürlich kommt auch in den besten und wohlhabendsten Familien, wo es liebe und Respekt gibt, vor, das man straffällig wird.

Solange er immer noch jemanden hat, der ihm seine Verantwortung abnimmt
und er sich um seine Dinge nicht selber kümmern muss, wird er sich
nicht ändern.


Bis zu dem Zeitpunkt als er besoffen Roller gefahren ist, hat er gearbeitet, mir im Haushalt geholfen, sich um unsern Sohn zu kümmern geholfen, war eigenständig beim Arzt (viele Männer muss man ja an den Haaren hin ziehen), er hat seine Schulden gezahlt über den Schuldenberater.Er hat sich gut mit meiner Familie verstanden. War mit mir einkaufen, war mit unserem Sohn spazieren, usw..

Das einzige was ich gemacht habe waren das Haushaltsgeld auf zu teilen, weil er nicht weiß wie man mit Geld umgeht. Und so eine große Belastung war das auch nicht.

nur nach der Verhandlung hat er völlig durchgedreht und alles war ihm sche***ß egal. Jetzt zum Ende hin hat er sich um nichts mehr gekümmert, da hast du recht..

herzschmerz

Junkfrau

Beiträge: 18

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16

Sonntag, 4. Januar 2009, 11:00

Also meine Meinung dazu ist,

Jeder ist für sein handeln selbst verantwortlich, und muß auch dafür gerade stehen wen er mißt macht, egal ob jugendlich oder erwachsen

Jeder von uns war ja schon mal in dem alter
Und seltsamer weise sitzen wir hier und diskutieren drüber
Und nicht im Knast,

Aus meiner Jugend zeit kenn ich zu genüge Menschen die lange oder kurze haft strafen bekommen haben, und keiner von denen hatte eine schlechte Kindheit oder eine “kaputte Familie”

Ich war mit vielen früher gut befreundet,
Und als ich merkte das der eine Drogen anfing zu nehmen, oder der andere begann zu klauen oder was auch immer die taten, brach ich für mich den Kontakt zu denen ab, da ich der Meinung gewesen bin das es nicht richtig sei
Klar hätte ich mit machen können, und hätte mich selbst nicht von denen ausgrenzen müssen, den wir waren ja schließlich freunde,
Aber ich tat dies nicht, und bin froh drüber, den wer weiß wo ich heute währe

Als jugendlicher ist man leitsinniger klar, aber auch da weiß man das es zu Konsequenzen führen kann vor allem wen man mit in solchen kreisen verkehrt, bekommt man das mit, das falsches handeln bestraft wird,
Und spätestens da sollte jeder sich mal Gedanken machen

Das die Familien und angehörige leiden, ist nur schuld von dem der der sie dazu gebracht hat zu leiden, und nicht die Justiz
Denn keiner kommt daher gelaufen und überredet jemanden Straftaten zu begehen, und schon keiner von der Justiz
"Du kannst nicht wählen, wie du stirbst oder wann. Aber Du kannst bestimmen wie Du lebst. Jetzt!"

Annamaria

unregistriert

17

Sonntag, 4. Januar 2009, 11:22

@Annamaria: Wird es denn nicht schwer wenn dein Sohn entlassen wird wieder Arbeit zu finden, weil ja eine große Lücke im Lebenslauf entstanden ist? Der zukünftige Arbeitgeber wird schn wissen wollen was er die letzten Jahre getan hat. Wo wird er wohnen wenn er wieder draußen ist?
Er hat ja kein Anfang, keine Wohnung, keine Möbel,keine Arbeit wenn er rauß kommt. Aber er hat natürlich dich...und das ist ja schon mal was. :thumbup: Ich kann mir dass nur schwer vorstellen wie es ist nach längerer Zeit wieder frei zu sein.

Das soll sich jetzt nicht so anhören, als würde ich schlecht über dein Sohn urteilen, ich weiß grad nur nocht wie ich es rüber bringen soll. Ich kann mir dass nur schwer vorstellen wie es ist nach längerer Zeit wieder frei zu sein.


Sicher wirds nicht einfach, wenn mein Sohn entlassen wird, bei der Arbeitssuche kann er meiner Meinung nach nur mit Ehrlichkeit punkten.
Aber es gibt durchaus Betriebe, die auch entlassene Häftlinge einstellen.
Wohnen wird er vorraussichtlich vorerst bei uns, hier hat er ja immer noch sein Zimmer.
Eine eigene Wohnung sowie Möbel usw. muß er sich erarbeiten, so wie unsere Tochter auch und wie auch wir das damals tun mußten.
Er wird ja auch nicht von heut auf morgen entlassen, sondern wird langsam auf diesen Zeitpunkt hingeführt. Spätestens ab März ist er 1 Wochenende im Monat zuhause und Ende des Jahres bekommt er evtl. seinen Freigängerstatus, so hat der dann 3 Wochenenden im Monat Urlaub.
Jedoch sind dies ja nur die äußeren Einflüsse, viel wichtiger ist doch seine Einstellung zum Leben. Er muß sich seiner Verantwortung sich selbst gegenüber klar werden. Er muß für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben weiterhin führen will. Es liegt in seiner ureigensten Verantwortung, ob er wieder straffällig wird oder nicht.
So ja auch bei deinem Mann, er hat die Entscheidung getroffen, alkoholisiert mit dem Roller zu fahren, obwohl er ja anscheinend schon öfter im Gefängnis war. Die Konsequenz davon ist, das er erneut einrücken muss. Wo war bei dieser Entscheidung seine Verantwortung als Familienvater? Klar, der Knast wird ihn nicht verändern, sondern dies muß er selbst tun. Er muß entscheiden, ob er die Finger vom Alkohol lassen will, wenn er dies nicht tut, muß er mit den Konsequenzen (wie auch immer die sind :ueberleg: ) leben.

Gruß
Annamaria

nicemama

unregistriert

18

Sonntag, 4. Januar 2009, 13:20

Jedoch sind dies ja nur die äußeren Einflüsse, viel wichtiger ist doch seine Einstellung zum Leben. Er muß sich seiner Verantwortung sich selbst gegenüber klar werden. Er muß für sich selbst entscheiden, wie er sein Leben weiterhin führen will. Es liegt in seiner ureigensten Verantwortung, ob er wieder straffällig wird oder nicht.
Klar muss er sich selber dafür entscheiden, wie und ob er sein Leben in zukunft führen will. Aber sehr wichtig ist für deinen Sohn bestimmt auch das du als mutter zu ihm hälst.
Wenn er jetzt raus kommen würde und niemand hätte der ihm hilft und zu ihm steht, dann würde es ihm noch schwieriger fallen wieder auf den Rechten Weg zu kommen. Und sein Leben wieder Straffrei zu führen.

Er muß entscheiden, ob er die Finger vom Alkohol lassen will, wenn er
dies nicht tut, muß er mit den Konsequenzen (wie auch immer die sind :ueberleg: ) leben.


Mein Mann weiß ganz genau, dass wenn er weiterhin Alkohol trinkt und nochmal in Knast muss, dass ich ihn (abgesehen davon wie sehr ich in liebe oder unser Sohn ihn braucht) nicht bei ihm bleiben werde.
Ich hatte einen Vater als Alkoholiker und brauche nicht auch noch einen Mann der das selbe tut. Das weiß er denn ich habe es ihm schon oft gesagt.

@Annamaria: Ihr habt ganz schön kulante Firmen chefs, wenn die auch entlassene Häftlinge Arbeit geben. Die hier auf dem Dorf sind da nicht so kulant. da muss man echt glück haben.

Viele liebe Grüße Nicemama

raupe

Userin des Monats Juli 06

  • »raupe« ist weiblich

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19

Sonntag, 4. Januar 2009, 14:13

ich glaube auch das man mit ehrlichkeit auch jeden chef überzeugen kann das man arbeiten will und kann!natürlich ist nicht jeder bereit es zu tun aber es gibt bestimmt schon einige die auch mal einen der vom weg abgekommen ist ein chance einzuräumen!

Annamaria

unregistriert

20

Sonntag, 4. Januar 2009, 14:38

Ich bin auch fest davon überzeugt, das wenn jemand ehrlich bemüht ist, arbeiten zu wollen, auch Arbeit bekommt.
Es kommt halt immer darauf an, mein Sohn z. B. verlässt die Haft mit einem (hoffentlich) Gesellenbrief in einem Handwerksberuf, da stehen die Chancen sicher besser, als wenn jemand einen z.B. kaufmännischen Beruf gar bei einer Bank oder gar keinen erlernten Beruf hat. Auch das Auftreten bei einem Vorstellungsgespräch ist natürlich von großer Bedeutung.
Es wird sicher die ein oder andere Abfuhr geben, aber wir gehen da optimistisch ran.

Annamaria