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Montag, 4. April 2005, 13:18

Sotha Gelsenkirchen

Die Verlegung in die Sozialtherapeutische Anstalt Gelsenkirchen ist bei Strafgefangenen angezeigt:

+ bei denen die Wiederholung gefährlicher Straftaten wegen einer Störung ihrer sozialen und persönlichen Entwicklung zu befürchten ist und

+ die erkennen lassen, dass sie sich um eine Änderung ihrer Einstellungen und Verhaltens- weisen bemühen wollen und

+ die über die intellektuellen und sprachlichen Möglichkeiten für eine Beteiligung am Behandlungsvorgehen verfügen.



Die Verlegung in die Sozialtherapeutische Anstalt Gelsenkirchen ist bei Strafgefangenen nicht angezeigt:


- bei denen wegen des Ausmaßes der Abhängigkeit von Drogen und Alkohol, einer Erkrankung oder Schwäche des Zentralnervensystems, schwerwiegender, psychiatrisch zu behandelnder psychischer Störungen andere Hilfen erforderlich sind

- bei denen der Strafrest zu kurz ist oder die maximale Verweildauer erheblich überschreitet

- die nicht bereit sind, den Suchtmittelgebrauch aufzugeben

- die die Behandlung dauerhaft ablehnen

- bei denen die vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen nicht ausreichen


Das Generalziel der Sozialtherapeutischen Anstalt Gelsenkirchen besteht darin,

"mit geeigneten besonderen therapeutischen Mittel und sozialen Hilfen" (§ 9 StVollzG) Gefangene zu befähigen,

"künftig in sozialer Verantwortung ein Leben ohne Straftaten zu führen" (§ 2 Satz 1 StVollzG).


Die Hauptziele sind :

* Diagnose der kriminogenen Denk- und Verhaltensmuster

* Analyse der inneren und äußeren Tatdynamik

* Bestimmung der Risikofaktoren

* Verbesserung der Sozialkompetenz in der Gemeinschaft einer Wohngruppe

* Vermittlung von Einsicht in die innere Problematik

* Entfaltung von Verhaltensalternativen

* Verbesserung der schulischen und beruflichen Qualifikation

* Übernahme von aktiver Deliktverantwortung

* Bearbeitung von Deliktszenarien

* Förderung von Opferempathie

* Aufbau von Selbstkontrolle

* Rückfallprophylaxe

* Einrichtung des Unterstützungsnetzwerke


In den Fällen gem. § 9 Abs. 1 StVollzG erfolgt die Aufnahme durch die Verlegungsentscheidung des Leiters der abgebenden Anstalt - nach Informationsaustausch, Übereinstimmung in der Indikationsfrage und Absprache mit dem Leiter der Sozialtherapeutischen Anstalt.

Die Aufnahme eines Gefangenen ist vorläufig. Die endgültige Aufnahme, d.h. der Verbleib entscheidet sich erst nach einer Probephase, der sog. "Orientierungsphase".
Während dieser Probephase von vier Monaten soll auf der Basis einer "Verhaltensstichprobe" eine rasche und sichere Einschätzung der Eignung für die sozial- und psychotherapeutischen Maßnahmen erfolgen.

Voraussetzung dafür ist eine dichte Strukturierung dieser Probephase durch einzel- und insbesondere gruppenorientierte Verfahren, um den Gefangenen unter möglichst vielfältigen Bedingungen beobachten zu können und relevante Informationen zur Eignungsfrage zu erhalten.

Diese Binnenstrukturierung einer in sich geschlossenen, insbesondere gruppenorientierten Probephase gelingt nur dann, wenn gleichzeitig mehrere Neuzugänge zusammengefasst werden können.

Der zeitliche Zugang zur Sozialtherapie ist deshalb so geregelt, dass die vorläufige Aufnahme von mehreren, maximal 12 Gefangenen in sogenannten "Zeitfenstern" erfolgt, an die sich die 4-monatige Orientierungsphase anschließt.
Diese Zeitfenster werden auf die Monate Januar, Mai und September gelegt.


Beendigungsverfahren:

Über den Abschluss der stationären Behandlung und eine mögliche bedingte Entlassung wird nach den Beratungen und Vorschlägen des Abteilungsteams in der Behandlungskonferenz entschieden.
Über den Abbruch der stationären Behandlung und eine Rückverlegung in die zuständige Justizvollzugsanstalt wird nach den Vorschlägen des Abteilungsteams und nach den Beratungen der Behandlungskonferenz in der Gesamtkonferenz entschieden.

Der Abbruch der Behandlung kann erfolgen, wenn

+ es vom Strafgefangenen nachdrücklich gewünscht wird

+ vollzugliche Gründe vorliegen (z.B. Sicherheitsgründe, Alkohol-, Drogenmissbrauch usw.)

+ die Verhandlungsvereinbarung nicht eingehalten wird



Stufenkonzept


Orientierungsphase

4-monatige Probephase für vorläufig aufgenommene Strafgefangene. Keine Lockerungen des Vollzuges.


Differenzierungsphase


6 - 8 monatige Phase zur Erarbeitung der individuellen Behandlungsziele und Übergang zu intensiven Behandlungsmaßnahmen. Erste begleitete Lockerungen sind je nach Behandlungs- fortschritt am Ende der Differenzierungsphase möglich.


Behandlungsphase


mind. 20 monatiger Abschnitt zur langfristigen Durchführung intensiver Maßnahmen. Im späteren Verlauf der Behandlung sind je nach Behand lungsfortschritt selbständige Lockerungen (Urlaub) möglich. Gegen Ende der Behandlung umfassende Entlassungs vorbereitung.


Entlassungsphase


Eventuell 6monatige Beurlaubung nach § 124 StVollzG mit kontinuierlicher Begleitung.


Das Konzept der integrativen Sozialtherapie in der Sozialtherapeutischen Anstalt Gelsenkirchen erfordert für Strafgefangene in der Regel eine Mindestbehandlungszeit von dreißig Monaten.

Die maximale Verweildauer bis zum Zeitpunkt einer möglichen bedingten Entlassung soll fünf Jahre nicht überschreiten




Kontaktadresse:

Sozialtherapeutische Anstalt
Gelsenkirchen
Munckelstrasse 26
45879 Gelsenkirchen

Tel.: 0209 / 155 65 - 0


Quelle http://www.sotha-gelsenkirchen.nrw.de/index.htm

Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von »Ilse« (4. April 2005, 13:27)