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YouAndMe

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21

Sonntag, 23. November 2014, 20:53

Das mit dem §36 habe ich geklärt, es wurden beide Genehmigt.

Und er hat seine "Bewerbung" schon in eine Therapieeinrichtung geschickt.
Wenn er Glück hat, kann er dort schon nächsten Monat hin zur Besichtigung und ich darf sogar mit :)

Und shelly, vielen Dank für die Info. Ich werde morgen auch bei der Rentenversicherung anrufen.

Ich bin jetzt sehr gespannt, ob sich bis zum nächsten Besuch in 14 Tagen etwas getan hat.

<3 Bis erhoffte 2/3 86 Tage <3

YouAndMe

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22

Sonntag, 23. November 2014, 21:02

Bei einer Therapie statt Haft ist es wie in so vielen Lebenssituationen.
Die Mehrheit der Menschen bilden die Vorurteile.

Jeder weiß, die meisten gehen auf Therapie einfach, um der Haft zu entkommen.
Und die, die drunter leiden, sind die, die es wirklich ernst meinen!

Wisst ihr, ich würde es vielleicht etwas eher verstehen, wenn mein Freund 50 wäre,
schon 5 mal eine Therapie begonnen und abgebrochen hätte und man meinen könnte,
da ist alle Hoffnung verloren.

Aber er ist 22 Jahre alt und will das erste mal eine stationäre Therapie beginnen nach 8 Jahren Sucht.
Und nicht, um den Knast zu umgehen, sondern weil er weiß er muss was ändern.
Er hat ein Motivationsschreiben verfasst wo man echt Gänsehaut bekommt beim lesen.

Ich verstehe einfach nicht warum sich keiner für ihn verantwortlich fühlt.
Ich finde jeder hat eine Chance verdient, sein Leben zu ändern.

<3 Bis erhoffte 2/3 86 Tage <3

Chris

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23

Montag, 24. November 2014, 14:56

Ich finde jeder hat eine Chance verdient, sein Leben zu ändern.
..und sogar ne zweite oder auch dritte Chance. Manche benötigen auch noch mehr Anläufe und sollten auch alles an Unterstützungen erhalten die man ihnen geben kann.

Liebste Alicia,
Hier behauptet ja auch keiner, dass Dein Freund nur Therapie macht, weil er so die Haftstrafe umgehen kann. Eine solche Behauptung habe ich auch nicht von mir gegeben, sondern nur die Schwierigkeiten beschrieben, die es mit dem § 35 BtmG geben kann!
Wie schwer es ist, der Drogensucht zu entfliehen und sie zu bekämpfen habe ich selbst erlebt und ist nicht mal eben mit einer Therapie behoben. Es spielt dabei keine Rolle wie lange man schon "drauf" ist oder wie tief man dabei gefallen ist.
Es muss im Kopf "KLICK" machen und bereit sein, seine Sucht anzuerkennen, damit man seinen Weg weiter gehen kann. Mit dem Abschluss einer erfolgreichen Therapie beginnt ja erst der Weg aus der Sucht und der tägliche Kampf der Sucht zu widerstehen. An manchen Tagen klappt es gut, an manchen Tagen ist der Kampf halt härter und das bis zum Ende deines Lebens.

Mein Bekannter ist 56 Jahre und hat Probleme mit Drogen und Alkohol und war vor 20 Jahren schon einmal in dieser Einrichtung. Er wird seit über 18 Jahren substituiert, arbeitete seit 10 Jahren einer Hausverwaltung und hatte keinerlei Kontakt zur Drogenszene mehr. Mit Hilfe der Substitution hat er sein Leben wieder in den Griff bekommen.
Als sein Vater vor 1 ½ verstarb, kam er damit nicht mehr klar und wandte sich wieder dem Alkohol zu. Jedes MAl als wir uns getroffen haben ging es ihm schlechter, bis er eines Tages nicht mehr zu unserer Verabredung kam, nicht mehr ans Handy ging und keiner wusste wo er war.
Nach vier Wochen erfuhr ich, das ihn Passanten völlig betrunken und eingenäßt im Keller einer Tiefgarage gefunden haben. Er wurde ins Landeskrankenhaus eingeliefert und verbrachte da einige Wochen.
Es spielt also überhaupt keine Rolle, wie lange man drauf ist oder wie alt man ist, sondern der Wille zählt, etwas in seinem Leben zu verändern.

Ich verstehe einfach nicht warum sich keiner für ihn verantwortlich fühlt.
Weil er einzig und allein für sich selbst verantwortlich ist. Du kannst ihn nur unterstützen und da können Dir einige von uns mit Sicherheit hier & da Tipps geben. :thumbup:
Fühle Dich nicht gleich angegriffen oder unverstanden, wenn Dir manche Antworten missfallen. Eine Konversion in Schreibform ist immer recht schwierig, auch wenn man sich Mühe gibt, kann schon ein falsches Wort böses Blut geben.
Ich versuche mir immer mit größter Sorgfalt meine Beiträge zu verfassen, um soetwas zu umgehen und ich bin mit Sicherheit nicht der Einzige. :thumbup:

LG Chris
Was doch für ein Netz wir weben,
wenn wir den Weg der Täuschung gehen.

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Vollweib (27. November 2014, 00:15)

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24

Montag, 24. November 2014, 15:15

Bei einer Therapie statt Haft ist es wie in so vielen Lebenssituationen.
Die Mehrheit der Menschen bilden die Vorurteile.

Hallo

Ja sicher haben viele Menschen Vorurteile, das liegt aber einfach auch in der Natur der Sache. Es liegt aber auch daran, dass sich kaum Menschen mit diesem Thema auseinander setzen, wenn sie es nicht müssen. Einen Suchtkreislauf zu durchbrechen kostet sehr viel Kraft und das von allen die es betrifft.


Aber er ist 22 Jahre alt und will das erste mal eine stationäre Therapie beginnen nach 8 Jahren Sucht.
Und nicht, um den Knast zu umgehen, sondern weil er weiß er muss was ändern.
Er hat ein Motivationsschreiben verfasst wo man echt Gänsehaut bekommt beim lesen.

Kommt bei mir die kritische Frage auf, warum ich in den 8 Jahren Sucht noch nie auf den Gedanken gekommen bin, dass sich etwas ändern muss und sollte, warum erst jetzt wenn das Kind in den Brunnen gefallen ist.


Ich verstehe einfach nicht warum sich keiner für ihn verantwortlich fühlt.
Ich finde jeder hat eine Chance verdient, sein Leben zu ändern.


In erster Linie ist er für sich verantwortlich, er war es ja auch der sich nun in diese Lage gebracht hat. Es braucht halt alles seine Zeit.
Sicher hat jeder eine Chance verdient( auch 2 oder 3), etwas zu ändern in seinem Leben, doch nun weil es nicht so läuft wie man es gerne hätte, kann ich dann nicht die Verantwortung in andere Hände übergeben und denken die müssen nun das tun was ich verlange .

Und was man nie vergessen darf, auch nach einer erfolgreichen Therapie, beginnt eigentlich erst die richtige Arbeit damit mit der Umsetzung sein Leben lang nun ohne Suchtmittel zu verbringen.

Ich will Dir mit meinen Worten nicht zu nahe treten, aber meine eigenen Erfahrungen mit dem Thema Sucht haben mich vorsichtig gemacht.

Liebe Grüße
maximus
Meine Vergangenheit ist Geschichte...meine Zukunft mein Geheimnis und jeder Augenblick ein Geschenk

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Vollweib (27. November 2014, 00:16)

YouAndMe

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25

Montag, 24. November 2014, 16:30

Ich habe hier nie behauptet, mich angegriffen zu fühlen.

Das, dass ich es unfair finde das einige unter den Vorurteilen anderer leiden müssen,
habe ich für die Allgemeinheit gesagt, nicht für mich oder meinen Freund.

Und klar, machen sich manche Gedanken warum er erst nach 8 Jahren Sucht etwas dagegen unternimmt.
Habe ich auch! Aber Menschen, die selbst kein Drogenproblem haben und noch nicht hatten wie ich,
können es nicht nachvollziehen wie schwer es ist aus diesem Teufelskreis wieder rauszukommen.
Und vorallem wenn man versuchen soll, alleine da rauszukommen.

Er ist Naiv und hat immer gedacht er schafft das alleine.
Er hat die Stadt bzw. das Bundesland gewechselt, weil er der Meinung war so entkommt er der Sucht.

Und ich verstehe vollkommen, dass er für alle wie auch alle anderen Insassen einer JVA der "böse Straftäter" ist.

Und das ich nicht verstehe warum sich keiner für ihn verantwortlich fühlt ist einzig und allein auf die Jva bezogen.
Für was gibt es Sozialarbeiter und Drogenberater überhaupt, wenn sowieso jeder alles alleine machen muss frag ich mich.

Ich bin und bleibe einfach der Meinung das es nicht sein kann, dass er am laufenden Band Anträge schreibt auf Drogenberatung oder ein Gespräch mit der Sozialarbeiterin und alles einfach ignoriert wird.

<3 Bis erhoffte 2/3 86 Tage <3

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