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noireorse

Bäuerin

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1

Donnerstag, 23. Februar 2012, 19:05

Schneckenhaus

Mein Leben war schon vor der Verhaftung meines Partners nicht gerade einfach.
Ich lebte allein und ziemlich isoliert. Ich bin aber auch nicht der Typ Mensch der zig Leute um sich herum braucht.
Ich habe einige Probleme und bewege mich ständig in einem melancholischen leicht depressiven Gemütszustand.
Mein Partner hatte es nicht leicht mit mir, ich aber auch nicht mit ihm, dennoch hatten wir uns...
Kurz vor seiner Verhaftung hatten wir zwar nur noch telefonisch Kontakt, aber dafür Tag und Nacht...

Ich bin gerade mit meiner gesamten Lebenssituation überfordert und habe zur Zeit zwar eine Perspektive aber nicht den Elan diese umzusetzen.

Am liebsten möchte ich mir die Decke über den Kopf ziehen und nichts sehen oder hören...
Das geht natürlich wegen meiner Kinder, aber meinen Älteren habe ich sowieso nur sehr wenige Tage in der Woche. Wenn er bei mir ist, dann ist Leben in der Wohnung, er liebt seinen kleinen Bruder so sehr und will auch gar nicht von uns weg.
Zu dritt unternehmen wir sehr viel, nur ist er leider auch sehr oft bei seinem Vater...
Der Abschied zerreißt mich immer wieder aus Neue innerlich, als mein Partner noch da war konnte er mich dabei unterstützen aber jetzt...

Wie gesagt Decke übern Kopf ziehen, das Baby an mich kuscheln und lethargisch da liegen...
sobald mein Großer wieder da ist, ist wieder alles okay. Ich zerbrech nicht den Kopf über meinen Partner, über mein Kind oder über mein Leben,... die Zeit mit meinen beiden Kindern ist mir einfach zu kostbar...

Diese Loch was entsteht wenn mein Sohn nicht bei mir ist, wird von Tag zu Tag irgendwie immer größer, er wird auch älter und erzählt mir oft wie sehr er bei mir Leben möchte... und mein Freund ist nicht da um mich auch nur im geringsten aufzufangen...

Zum Wintersemester sollte ursprünglich mal mein Studium weitergehen, dass schieb ich aber vor mir her. Ich kann den Gedanken nicht ertragen meinen Sohn so früh in den Kindergarten zu bringen, geschweigeden in der Uni zu sitzen und mir den ganzen Stoff mit meinem matischigen Hirn reinzuziehen...
Ich würde sicherlich kläglich an allen Prüfungen scheitern...

Ich krieg irgendwie keinen klaren Gedanken in meinen Kopf und finde keinen Anfang etwas zu ändern...
Im Bekanntenkreis ist meine gesamte Situation eher Unbekannt, ich rede weder über den Gefängnisaufenthalt meines Partners noch über das Aufenthaltbestimmungsrecht, das der Vater meines Sohnes nun inne hat.
Die Tage an denen er nicht bei mir ist, bin ich eh wie vom Erdboden verschluckt...

Hat jemand einen Rat?

2

Donnerstag, 23. Februar 2012, 19:25

Hallo,

der Rat, den ich für dich habe, klingt einfach nur fies, das weiß ich...

manchmal bringen einen harte klare Worte aber schnell auf den rechten Weg - wenn man sie erstmal geschluckt, verdaut und wieder und wieder überdacht hat.

Also - mein Rat an dich: Krieg den Arsch hoch und dein Leben in den Griff! Mach was draus, du wirst es alleine müssen, wenn du nicht untergehen willst. Aus deinem Beitrag lässt sich rauslesen, dass du das selbst auch willst - für dich und deine Kinder - also, mach es!

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Biina84 (23. Februar 2012, 20:06)

EmMalinchen

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3

Donnerstag, 23. Februar 2012, 19:48

Ohje, da ist ja eine Menge die du tagtäglich mit dir rumschleppst. Das die Inhaftierung eines Partners immer schwer zu ertragen ist, gerade in der Anfangszeit, und man erst lernen muss annähernd damit umgehen zu können ist ganz klar. Du hast allerdings noch mehr andere Probleme die nicht leicht zu bewältigen sind.
Bist du denn wegen deiner psychischen Situation in ärztlicher Behandlung ?? Falls nicht , wäre das wahrscheinlich der erste und notwendigste Schritt den ich dir empfehen würde. Du schreibst ja selber das du zu wenigen Menschen Kontakt hast und auch nicht über deine Probleme redest. Das man nicht mit jedem über die Haft des Mannes reden möchte ist mir durchaus bewusst - das tue ich auch nicht. Aber ich denke schon das man, gerade über seine Gefühle reden muss, es ist einfach erleichternt , und wenn du keine Bezugsperson in deinem näheren Umfeld hast , wäre auch dafür vielleicht ein Psychologe gut geeignet. Mit vielen Sachen kommt man nun mal besser klar wenn man darüber redet, Denkanstöße oder Hilfestellungen bekommt.

Deine momentane Situation die du mit deinem großen Sohn beschreibst tut mir in der Seele weh! Ich habe selbst zwei Kinder und mir würde es den Boden unter den Füßen wegziehen , würde ich in eine vergleichbare Situation kommen. Es wäre für mich das allerschlimmste und von daher kann ich deine Ängste und Sorgen, aber auch und vorallem Sehnsüchte total nachvollziehen. Darf ich fragen wie alt dein "Großer" ist ?
Wende dich doch einfach mal ans Jugendamt und rede mit den zuständigen Leuten darüber was du willst und wie wichtig es dir wäre das dein Sohn bei dir ist. Ich kenne mich da zwar nicht mit aus, obwohl ich mir eigentlich denken kann das es wahrscheinlich vom Jugendamt angeordet wurde das dein Ex-Freund das Aufenthaltsbestimmungsrecht hat , oder ?!

Wenn du deinen Sohn wirklich zurück haben willst, dann kämpfe dafür, bleib am Ball und zeig dem Jugendamt das du die volle Verantwortung tragen kannst ... für dich und beide deiner Kinder. Ich sehe da eigentlich ganz gute Chancen drin, keiner von uns aus dem Forum kennt natürlich die ganze Geschichte, was vorgefallen ist und warum dein Sohn nicht mehr bei dir lebt, aber immerhin "darf" der Kleine ja bei dir leben und du bist für ihn verantwortlich, hast das Sorge- und Aufenthaltsbestimmungsrecht. Zu mindestens habe ich das jetzt so verstanden.

Zum Thema KiTa: Dein Sohne müsste jetzt um die 6 Monate sein. Viele KiTas nehmen ab diesem Alter Kinder an. Lass dich beraten, ruf bei einigen KiTas an und lass dir Termine geben. Dir wird alles gezeigt und du wirst sehen das dein Sohn dort gut betreut wäre. Meine Kinder sind jeweils auch ziemlich früh in die KiTa gegangen, meine Tochter kurz vor ihrem 2. Geburtstag , mein Sohn mit 1 1/2 Jahren. Nach der Eingewöhnung haben sie sich super wohl gefühlt und all unsere Sorgen waren umsonst.
Lass dich auf die Warteliste setzen oder frag nach wann dein Sohn eine reelle Chance auf einen Platz hätte. In der Zeit könntest du dich schon mal um den Beginn deines Studiums kümmern.

Jeden hier hat die Inhaftierung aus der Bahn geworden , jeden ! Bei dem einen dauert es länger um sich zu berappeln und das Beste aus der Situation zu machen, der , oder die andere verpackt das schneller. Jeder brauch da so seine Zeit. Nimm dir die Zeit, aber lass dich nicht hängen! Tritt dich selber mal in den Arsch und versuche dein Leben anzupacken bzw. in den Griff zu kriegen. Auch du schaffst das !! Alle hier mussten ihr Leben neu ordnen und für jeden war es definitiv nicht leicht.



Liebe Grüße :winken:



Ich meine, es müßte ein großer Schmerz über die Menschen kommen,
wenn sie erkennen, das sie sich nicht so geliebt haben,
wie wie sie sich hätten lieben können.
(Christian Morgenstern )
Wir werden warten ... Ja tebja lublu !

noireorse

Bäuerin

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4

Donnerstag, 23. Februar 2012, 20:09

Ich war bis Januar in Behandlung, z.Z. habe ich kein Auto. Vorraussichtlich kaufe ich mir Ende April ein Neues, mein derzeitiger Wohnort gibt mir keine andere Möglichkeit zu meinem Psychologen zu fahren...

Die Situation von meinem Großen ist auch das Schlimmste in meinem leben für mich.
Das Jugendamt hat leider nichts mit der Tatsache zu tun, dass mein Sohn bei seinem Vater lebt. Im August 2010 habe ich ihm das gemeinsame Sorgerecht erteilt im Februar 2011 holte er sich bei einer Gerichtsverhandlung die mich total überrumpelt hat das Aufenthaltsbestimmungsrecht, ich habe drei Monate gebraucht um alle Unterlagen zu besorgen, die das Gegenteil von seinen Behauptungen beweisen...
Es heißt aus Gründen der Kontinuität und Sicherheit des Lebensraumes meine Sohnes, bliebe er bis Abschluss des Hauptverfahren (welches sich durchau über 18Monate erstrecken kann) bei seinem Vater... Das Verfahren ist bis jetzt noch nicht eingeleitet wurden, meine Anwältin nimmt derzeit Abstand davon da, es sich halt solange hinstrecken kann, sie denkt das man mit Hilfe des Jugendamtes und Familienhelfern die Situation schneller und einfacher aufschlüsseln könnte um somit das Aufenthaltbestimmungsrecht wieder zu erlangen. Mein Sohn wird jetzt 5 Jahre alt. Ab Einschulungsalter, wird er angehört, jetzt würde es nur über einen Psychologen gehen. Sein Vater und seine Oma gehören zu den Typen Menschen die einen kleinen Jungen bestechen, in jeder denkbaren Situation. Ich weiß nicht in wie weit ein Psychologe da nun durchdringt und wie lange sich das dann wieder hinziehen würde.
Mein Sohn wieder ganz zu mir zu holen ist derzeit mein Lebensinhalt und dafür tue ich alles, da lass ich auch niemals locker.
Mein Kleiner lebt bei mir, da ist aber auch kein größenwahnsinniger Vater der mir den wegnehmen möchte!!!
Nichts gegen Kontakt mit den Kindern nach einer Trennung, da hab ich ihm nie auch nur den geringsten Riegel vorgesetzt... aber nachdem er von meiner Schwangerschaft erfahren hat, war entweder so verletzt oder so sauer, dass er kurzer Hand beschloss mir mein Leben kaputt zu machen...

Ich weiß, dass ich durch mein Studium einen Kindergartenplatz kriegen würde, wenn ich mich jetzt eintragen würde.
Ich kann nur einfach nicht loslassen, ich kann allg. gerade irgendwie keines meiner Kinder richtig loslassen oder groß werden lassen ...Da arbeite ich aber dran...
Ich habe mit meinem "Großen" zusammen mein Abitur gemacht,... ich weiß nicht ob ich so wie mein Leben gerade läuft wirklich mit dem Studium weitermachen sollte... Ich befürchte eigentlich, dass mich das dann total überfordert.

Mein Bruder sitzt schon sehr lange im Gefängnis,... das hat mich damals aus der Bahn geworfen. Es war schon abzusehen, dass mein Partner dorthin kommt, wenn er sein Leben so weitergeführt hätte... keine großartige Überraschung nur ein scheiß Datum... zumindest wird er so nie den Geburtstag seines Kindes vergessen...

Manchmal habe ich das Gefühl vor mir baut sich eine Mauer auf die immer dicker wird und die ich irgendwann nicht mehr durchbrechen kann...

Tina

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5

Donnerstag, 23. Februar 2012, 21:29

du brauchst zu dem Psychologen noch Psychotherapeutische Behandlung auch dann kann dir geholfen werden
lg Martina
„Man liebt das, wofür man sich müht, und man müht sich für das, was man liebt.“

kinkat

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Haftzeit: 7 Jahre

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Danksagungen: 7 / 39

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6

Freitag, 24. Februar 2012, 19:43

?

weswegen ist dein Partner in Haft, wenn ich fragen darf?

noireorse

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7

Freitag, 24. Februar 2012, 20:12

BtMG

Verstoß gegen das BtMG (Cannabis) in mehreren Punkten

teufelchen

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Bundesland: Sachsen

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Haftzeit: 23 Monate

JVA: Dresden

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8

Sonntag, 26. Februar 2012, 22:23

Huhu Noirerose,

mein "blöder" Tipp an Dich, was ich all die Zeit nicht gemacht habe, als der Meine inahaftiert war:

LEBE DEIN LEBEN!

MACH DAS, WAS DIR GUT TUT:
Zum Wintersemester sollte ursprünglich mal mein Studium weitergehen, dass schieb ich aber vor mir her. Ich kann den Gedanken nicht ertragen meinen Sohn so früh in den Kindergarten zu bringen, geschweigeden in der Uni zu sitzen und mir den ganzen Stoff mit meinem matischigen Hirn reinzuziehen...
Ich würde sicherlich kläglich an allen Prüfungen scheitern...
sicher?!? - vielleicht hilft es Dir und vor allem Deinem Selbstbewusstsein, wenn Du es mal wagst?!?

"Schmeiß" die Zeit net weg, so viel Zeit und Energie zu lernen kriegst kaum wieder :zwink:

Denk in Ruhe drüber nach - aber wirf nix weg, nur weil Du anderswo das Gefühl hast, gebraucht zu sein.
Im Bekanntenkreis ist meine gesamte Situation eher Unbekannt, ich rede weder über den Gefängnisaufenthalt meines Partners noch über das Aufenthaltbestimmungsrecht, das der Vater meines Sohnes nun inne hat.
Die Tage an denen er nicht bei mir ist, bin ich eh wie vom Erdboden verschluckt...
Sieh diese Tage aber bitte nicht als "verlorene" Tage an.

Ich habe mit meinem ehemaligen Partner einen Deal, dass meine Tochter halbe / halbe bei ihm und bei mir lebt....

Jeder Tag, den sie bei mir ist, ist der "Himmel auf Erden" für mich, aber die anderen Tage, da weiß ich, sie ist in sicherer Obhut (bei ihrem Papa) und ich nutz diese zum lernen...

Mach das Beste aus Deiner Situation und versuch, dem Selbstmitleid zu emtfliehen und noch das Beste für Dich draus zu machen.

lg teufelchen
Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.