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1

Mittwoch, 16. November 2005, 11:42

Philosophische Gesprächskreise in Tegel

In der JVA Berlin-Tegel finden philosophische Gesprächskreise statt, die Langzeit-Insassen bei der Resozialisierung helfen sollen. Ich find das einen ganz interessanten Ansatz!

http://www.zdf.de/ZDFde/inhalt/10/0,1872,2322250,00.html
Die zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 Wörter, die Verordnung der europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamelbonbons aber exakt 25911 Wörter.

katinka

Gräfin

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Donnerstag, 17. November 2005, 00:31

RE: Philosophische Gesprächskreise in Tegel

Ein wirklich interessanter Ansatz, der für die wenigen, die in den Genuss kommen, auch sicher hilfreich ist.
:dong:
Typisch aber auch die langen Wartezeiten für eine Teilhabe.
Noch Typischer aber ist, dass ein gut angelaufenes Projekt nicht dem wirklichen Bedarf angepasst werden kann. Woran liegt's? Am angeblich nicht vorhandenen Geld!!!
Es ist grauslig!

katinka
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3

Donnerstag, 17. November 2005, 07:18

RE: Philosophische Gesprächskreise in Tegel

Zitat

Original von katinkaWoran liegt's? Am angeblich nicht vorhandenen Geld!!! Es ist grauslig!


Naja, die Mittel sind derzeit wirklich in allen sozialen Bereichen mehr als knapp. Erstaunlich ist nur, dass man an der Prävention sparen muss, wenn die Jungs hinterher wieder einfahren kosten sie aber weit mehr Geld und das wird ja dann auch irgendwie locker gemacht!
Die zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 Wörter, die Verordnung der europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamelbonbons aber exakt 25911 Wörter.

Mara

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Wer ist inhafiert: ??

Haftzeit: ??

JVA: ??

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4

Donnerstag, 17. November 2005, 12:29

RE: Philosophische Gesprächskreise in Tegel

Zitat

Erstaunlich ist nur, dass man an der Prävention sparen muss, wenn die Jungs hinterher wieder einfahren kosten sie aber weit mehr Geld und das wird ja dann auch irgendwie locker gemacht!


ich kontere jetzt mal hart:

Das heißt, wenn kein *betüdeln, kein Betätscheln, kein Schulter klopfen, keine Therapie, keine Diskussionsrunden, keine Supervisionen o.ä., bedeutet, daß es vorprogrammiert ist, der Ex-Knasti kommt wieder in den Knast?

Ja Himmelherrrgott, wer hilft denn den Opfern weiter??
Heißt das, ich werde immer wieder zum Opfer *geschlagen*??
Ich sitze in keiner Diskussionsrunde, ich berede mein Schicksal nicht und trotzdem weiß ich, dass mir sowas nie mehr passieren wird.
Sollte doch für die Knastis auch reichen zu wissen, einmal den Fehler,- und nie wieder!

Swenja

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Donnerstag, 17. November 2005, 12:57

Hi Mara!

Eine Therapie ist so etwas wie tätscheln? Hm... Scheint mir nicht so zu sein. Da wird eine recht harte Gangart gefahren. Derjenige der da zielgerichtet mitmacht bekommt nichts geschenkt. Wer diese für sich selbst erfolgreich machen möchte, hat damit kräftig zu tun und das ist ja auch gut so!
Die Gefahr ist ohne Therapie sicher größer als mit, dass der Knasti wieder in sein altes Verhaltensmuster zurückfällt, sobald er entlassen wurde. Viele Straftaten wird man nicht von der logischen Seite aus betrachten können. Mein Freund weiß doch auch, dass Glücksspiele sein Verderben sind und er ist sich darüber bewusst, aber trotzdem ist er in der Vergangenheit wieder rückfällig geworden, obwohl er es nicht gewollt hat.
Ein Alkoholiker kann z.B. auch nicht sagen, dass er ab jetzt einfach nichts mehr trinkt, weil er es begriffen hat. Diese Fälle gibt es zwar, aber sie sind sehr, sehr selten.
Ich kann jetzt auch hier nur etwas zu Straftaten sagen, die ihren Ursprung in einer Sucht haben.

Und das für Opfer definitiv viel zu wenig getan wird haben wie hier auch immer wieder betont.

Für mich selbst würde ich nie behaupten nicht noch einmal ein Opfer werden zu können. Auch mit klarem Verstand und vor allem festen Willen kann man sich leider nicht vor allem schützen.

LG Swenja

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6

Donnerstag, 17. November 2005, 13:25

RE: Philosophische Gesprächskreise in Tegel

Zitat

Original von Mara

Zitat

Erstaunlich ist nur, dass man an der Prävention sparen muss, wenn die Jungs hinterher wieder einfahren kosten sie aber weit mehr Geld und das wird ja dann auch irgendwie locker gemacht!


ich kontere jetzt mal hart:

Das heißt, wenn kein *betüdeln, kein Betätscheln, kein Schulter klopfen, keine Therapie, keine Diskussionsrunden, keine Supervisionen o.ä., bedeutet, daß es vorprogrammiert ist, der Ex-Knasti kommt wieder in den Knast?

Ja Himmelherrrgott, wer hilft denn den Opfern weiter??
Heißt das, ich werde immer wieder zum Opfer *geschlagen*??
Ich sitze in keiner Diskussionsrunde, ich berede mein Schicksal nicht und trotzdem weiß ich, dass mir sowas nie mehr passieren wird.
Sollte doch für die Knastis auch reichen zu wissen, einmal den Fehler,- und nie wieder!


Unter Prävention verstehe ich nicht unbedingt betüdeln oder Diskussionen- sondern Massnahmen zur Vermedung von Straffälligkeiten- das käme ja auch potentiellen weiteren Opfern zugute. Und die Rückfallquoten sind nun mal (grad bei Jugendlichen) extrem hoch, weshalb ich präventive Massnahmen unverzichtbar finde. Was aber nicht bedeutet, dass nicht auch Opferschutz und -hilfe geleistet werden kann und soll!
Die zehn Gebote Gottes enthalten 279 Wörter, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung 300 Wörter, die Verordnung der europäischen Gemeinschaft über den Import von Karamelbonbons aber exakt 25911 Wörter.

Mara

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Wer ist inhafiert: ??

Haftzeit: ??

JVA: ??

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7

Donnerstag, 17. November 2005, 13:48

Swenja,wo habe ich geschrieben, dass eine Thera gleichzusetzen ist wie tätscheln?
Ich weiß sehr wohl aus Berichten von hier, wie hart ein Thera vonstatten geht und das heiße ich auch gut so.

Betüdeln, betätscheln und verhätscheln..das machen die Knastfrauen hier..für mich auch logisch, lieben sie ihren Mann doch.
Gutheißen muß ich das wohl trotzdem nicht, oder?

Zitat

Mein Freund weiß doch auch, dass Glücksspiele sein Verderben sind und er ist sich darüber bewusst, aber trotzdem ist er in der Vergangenheit wieder rückfällig geworden, obwohl er es nicht gewollt hat.


Sorry, aber so ähnliches las in in den Briefen von meinem Betr. auch und ich kann daran nicht glauben. Wurde er gezwungen?
Das ist eine Farce..sei mir nicht böse, meiner Meinung liegt es daran, wie stark der Wille des Einzelnen ist, etwas daran ändern zu wollen. Egal, ob es Suchtverhalten ist, oder nicht.
Oder fehlt ihm ein Gen, der bestimmt, was gut oder schlecht für ihn ist?

Zitat

Viele Straftaten wird man nicht von der logischen Seite aus betrachten können

Aja,..die Straftaten also nicht,..warum fordert ihr dann alle vom Gericht eine gerechte Strafe?
Kann ich die Straftat nicht logisch betrachten, dann darf man das dem Gericht auch eingestehen. Da wird aber dann von allen *Feuer* geschrien!

Zitat

Ein Alkoholiker kann z.B. auch nicht sagen, dass er ab jetzt einfach nichts mehr trinkt, weil er es begriffen hat. Diese Fälle gibt es zwar, aber sie sind sehr, sehr selten.


Siehst Du! Es gibt es sie trotzdem!!!

Zitat

Für mich selbst würde ich nie behaupten nicht noch einmal ein Opfer werden zu können. Auch mit klarem Verstand und vor allem festen Willen kann man sich leider nicht vor allem schützen.


So verschieden sind die Menschen, Swenja...ich kann das von mir behaupten.

Mir ist schon klar, dass ich hier mit meiner Meinung anecke, passe ich doch nicht in dieses Schema..und dass ihr zu euren Lieben halten müßt oder wollt', egal, ob ihr Angehöriger seit, oder ihr damit beruflich zu tun habt, ist für mich verständlich.

Zitat

Bernhard:
Was aber nicht bedeutet, dass nicht auch Opferschutz und -hilfe geleistet werden kann und soll!


Ein nobles Ziel, aber nicht realitätsnah.

Swenja

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8

Donnerstag, 17. November 2005, 14:05

Hi Mara!

Zitat


Swenja,wo habe ich geschrieben, dass eine Thera gleichzusetzen ist wie tätscheln?


Ich hatte es sinngemäß so in etwa verstanden, weil es gemeinsam in einer Art Aufzählung auftauchte. Tut mit leid, wenn ich es falsch interpretiert habe. :-)

LG Swenja

9

Donnerstag, 17. November 2005, 15:38

das ist tegel, wie es leibt und lebt.

wird man dorthin verlegt kommt man auf zugang ins haus 1. dort steht die zeit erstmal still. von dort aus an gruppen zu gelangen ist nicht einfach. dich kennt keiner und die ewa ist ach nicht mit dir durch.

kommst du dann in dein haus, auf deinen stollen, kommst du immer noch nicht an eine gruppe. die plätze sind begrenzt und die *vollzugsbeamten*edit by Bernhard haben auch nicht so die lust, dich um oder durchzuschließen. tegel ist immer voll. somit sind die gruppen beschränkt und meist durch ehrenamtliche mitarbeiter von draußen betreut. diesen wird aber auch der weg nicht gerade einfach gemacht.
ein beispiel: einer ehrenamtlicher dame, die einen pc - kurs angeboten hatte, diesen auch machen konnte, wurde durch einen beamten gemobbt. dieses mobbing ging so weit, dass sie alles hingeschmissen hat. all das nur, weil ein *vollzugsbeamter* edit by Bernhard der meinung war, dass den knackis das nicht zusteht und der ganze kurs sowieso nur müll ist.

Rotti, Du solltest Dich doch in Deiner Wortwahl mässigen :-) mfg Bernhard

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Swenja« (17. November 2005, 16:14)


Mara

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Wer ist inhafiert: ??

Haftzeit: ??

JVA: ??

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10

Donnerstag, 17. November 2005, 19:31

ich schon wieder..

Zitat

Rotti:
und die ewa ist ach nicht mit dir durch.


wer oder was ist die ewa?

Zitat

einer ehrenamtlicher dame, die einen pc - kurs angeboten hatte, diesen auch machen konnte, wurde durch einen beamten gemobbt. dieses mobbing ging so weit, dass sie alles hingeschmissen hat.


Echt? Wie sah dieses Mobbing aus?

Zitat

all das nur, weil ein *vollzugsbeamter* edit by Bernhard der meinung war, dass den knackis das nicht zusteht und der ganze kurs sowieso nur müll ist.


Ein einziger Vollzugsbeamter reicht aus, um den Pc-Kurs der Ehrenamtlichen einzustellen? Mit welcher Begründung?
Das er Müll sei, war sicher nicht die Begründung.!?!

Mara

11

Donnerstag, 17. November 2005, 21:17

Zitat

ich schon wieder..


du schon wieder! sds sds sds

Zitat

wer oder was ist die ewa?


einweisungsabteilung. die bestimmen erstmal, wo der knacki hinkommt. das laut aktenlage (strafakte). muss der knacki im geschlossenen bleiben oder kommt der offene in frage ect.

Zitat

Echt? Wie sah dieses Mobbing aus?


dies sah so aus, dass er den kurs als sicherheitsrisiko ansah, diverse beschwerden gegen die dame beim anstaltsleiter schrieb oder auch mal im kurs selber auftauchte und mit sehr offenen anfeindungen unruhe in diesen brachte.



Zitat

Ein einziger Vollzugsbeamter reicht aus, um den Pc-Kurs der Ehrenamtlichen einzustellen? Mit welcher Begründung?
Das er Müll sei, war sicher nicht die Begründung.!?!


wenn dieser beamte in einer bestimmten position sitzt und ständig mit der dame abgeht, dies auch als sicherheitsrisiko hinstellt braucht man sich nicht wundern,dass die dame ihre freizeit anders verleben möchte.


@ bernhard: bulle scheint ja wohl nen schimpfwort zu sein -- denn sach ick halt schluse, schlüsselknecht ..... sds

Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von »Rotti« (31. Dezember 2005, 11:07)