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Gaby

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Mittwoch, 22. April 2015, 19:55

VPK die Erste nach 3,5 Jahren Haft

Am 16ten April war es soweit. Mein Sohn hatte seine erste VPK. Im Vorfeld habe ich ihm einige Texte zum Thema VPK, die ich im Netz gefunden habe reingeschickt. Gestern habe ich ihn besuchen können und erfahren wie es gelaufen ist.

Sie
wollen ihn in einem Jahr, also nach 4,5 Haftjahren lockern wenn
er:
1.
weiterhin kontinuierlich die Therapiestunden wahrnimmt. (Mein Sohn meinte, das sei kein Problem auch wenn "die Chemie" zwischen ihm
und dem Therapeuten nicht stimmt.)
2.
er muss zusätzlich regelmässig an der offenen Suchtgruppe
teilnehmen.
3.
seine Ausbildung beenden.
4.
er muss wieder am Urinscreening teilnehmen.
Sie
wollen ihn nach 5 Jahren in den OV schicken, wenn er eine Arbeit
hat. (In der Theorie gibt es 3 Möglichkeiten in meinem Bekannten-
und Freundeskreis, wo er sich bewerben könnte)
Wenn
er alles durchzieht, werden sie ihn auf 2/3 rauslassen.

Bis
dahin, also innerhalb des kommenden Jahres kann er drei Ausführungen
beantragen. Was er trotz Handschellen und Begleitung eines Beamten,
machen will.
Ihn
hat das Ergebnis der VPK positiv überrascht und mich ebenso.
Die große Überraschung war auch, dass der Anstaltsleiter, den er zuvor
noch nie gesehen hat, sich eine halbe Stunde mit ihm alleine
unterhalten.
Es bewegt sich also doch etwas hinter den Mauern. Aber ihr wisst ja, man soll den Tag nicht vor dem Abend loben! … Bis zu den Lockerungen muss noch ein Jahr vergehen und zwei weitere VPK's sollen bis dahin stattfinden. …
LG, Gaby


"Es gibt keine guten - und keine schlechten Menschen. Es gibt gute - und schlechte Taten." (unbekannt)

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Chris (24. April 2015, 09:03)

Gaby

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Freitag, 24. Juli 2015, 15:54

So, jetzt endlich liegt das Ergebnis der ersten VPK auch schriftlich vor! Die haben sich damit wirklich Zeit gelassen. Also meinem Sohn und mir wieder Zeit gegeben sich "nen Kopf" zu machen bzw. sich wieder zu ängstigen und zu zweifeln. So ist das eben mit der Haft …!
Aber es hat auch wieder sein Gutes. Denn schließlich wurden die negativ Ergebnisse der Urinkontrollen mit aufgenommen.!!!
Ick freue mir! :) :) :)

LG, Gaby
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Chris

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Freitag, 24. Juli 2015, 17:38

Ich freue mich für Euch, denn nun geht es bergauf.

Zum Thema Vollzugsplan bzw. Vollzugsplankonferenz möchte ich etwas anmerken.
Rechtlich muss eine Vollzugsplankonferenz in einer JVA stattfinden ( § 7 StVollzG / § 159 StVollzG ). Die findet i. d. R. zwischen 4 - 6 Wochen nach Strafantritt statt. Bei sehr kurzen Strafen , ja sogar bei einer Vollzugsdauer bis zu einem Jahr brauch kein Vollzugsplan erstellt werden. Mehr dazu findet man unter exocop.org. (ist in deutsch)

Vor einiger Zeit bin ich beim googlen nach "einem rechtlichen Anspruch auf eine Fortschreibung des Vollzugsplan" auf ein interessantes Urteil vom Bundesverfassungsgericht gestossen, was auch für Euch interessant sein könnte.
Weil nach der ersten Vollzugskonferenz in den Anstalten sich oft nix mehr tut. Die argumentieren meist damit, dass die Haftzeit für eine Fortschreibung noch zu lang sei. Dann passiert wie bei Euch meist nix.

Schau Dir das mal an, vielleicht kann das was für Euch sein. Nimm Dir aber bitte Zeit dazu, es ist sehr lang.
Entscheidungen Bundesverfassungsgericht
Was doch für ein Netz wir weben,
wenn wir den Weg der Täuschung gehen.

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shariluna (24. Juli 2015, 23:26), Gaby (25. Juli 2015, 11:24)

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Montag, 27. Juli 2015, 16:11

Danke Chris,
ich bin den links gefolgt und habe alles in Ruhe gelesen. Ich habe mich immer wieder gefragt warum es so lange gedauert hat bis überhaupt endlich eine VPK stattgefunden hat und mein Sohn hat mich schmerzlich daran erinnert, dass er eine lange Haftzeit hat und die JVA sich generell Zeit lässt, in seinem Fall mit dem Vollzugsplan.
Jedenfalls verstehe ich jetzt wieder ein bisschen mehr, bzw. verstehe ich die feinen Unterschiede besser. Dementsprechend werfen sich mir neue Fragen auf. Vordringlich möchte ich herausfinden was meinem Sohn jetzt genau vorliegt … ob es sich dabei um das Protokoll der ersten Vollzugsplankonferenz handelt und/oder der Behandlungsplan in dem die Behandlungsergebnisse dokumentiert sind. Spekulativ denke ich, es wird ihm beides vorliegen.
Damit rückt die nächste VPK im Dezember, zumindest ist es so mündlich mitgeteilt worden, in den Mittelpunkt. …. Das angestrebte Ziel meines Sohnes und somit Plan A ist, dass bei dieser VPK die Behandlung terminiert also festgeschrieben wird. Im Januar wechselt der Leiter seines Hauses woanders hin. Mein Sohn sieht die Gefahr, dass der neue Anstaltsleiter alles was sein Vorgänger gemacht hat über den Haufen wirft. Deshalb arbeitet er eng mit den für ihn zuständigen Personen zusammen.
Sollte es auch welchen Gründen auch immer, keine weitere VPK in diesem Jahr mehr geben, ist sein Plan B, eine Verlegung. Er würde seinem Anstaltsleiter hinterher ziehen … seine Sozialarbeiterin würde ihn dabei unterstützen … hat er bereits mit ihr besprochen … .
Plan C wären Rechtsmittel anzuwenden, sicherlich nicht soweit gehend wie RA Heischel und sein Mandant sie durchgefochten haben. Ich hoffe jedoch sehr, dass es soweit nicht kommt!

LG, Gaby
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Chris (28. Juli 2015, 20:00)

Gaby

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Mittwoch, 19. August 2015, 13:55

Gestern habe ich Auskunft über die VPK Papiere, die meinem SOhn vorliegen bekommen. Wie erhofft sind es das VPK - Protokoll und der dokumentierte Behandlungsplan. Wie es scheint wird alles was das Vollstreckungsgesetz vorschreibt eingehalten!
Außerdem erfuhr ich, dass nach einem Termin für ein Treffen mit der Sozialarbeiterin und mir gesucht wird, der noch vor der VPK im Dez. liegt. ..... Was das nun wieder bedeutet ..... Termin wird gesucht ..... Es könnte bedeuten, dass dieser Termin gefunden wird, wenn das "Behandlungprogramm weiterhin zur Zufriedenheit, also mit negativen UK's usw. verläuft und dann gibt's den Termin ganz kurzfristig. .... Oder es bedeutet, dass es tatsächlich aus personellen Gründen schwierig ist einen Termin zu finden. ...... Wie auch immer Es ist nicht leicht die Sprache des Vollzugs zu verstehen und es beeinflusst mein Denken.
Weiterhin habe ich erfahren, dass der Brief den ich in 2014 per EInschreiben mit Unterschrift an den AL geschickt habe, in die Akte meines SOhnes eingegangen ist. Jeder der sie einsieht, kann ihn lesen und weiß dieser Häftling hat draußen jemanden, der verfolgt was drinnen geschieht!

In diesem Sinne LG und allen weiterhin viel Geduld,
Gaby

Ach ja und bitte, wer Erfahrung hat mit Sozialarbeitergesprächen bitte melden ..... Entweder gleich hier oder als pn oder auch in einem neuen thread!
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Chris (19. August 2015, 15:08), shugar (19. August 2015, 18:06)

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