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WaitingH

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Freitag, 10. Mai 2013, 13:11

Sorgerecht

Hallo,

diesmal geht das Thema mehr an die mamis im Forum.
Wie ist das denn mit dem Sorgerecht? Ich würde ihm ja gerne Sorgerecht zusprechen, also das wir beide das Sorgerecht für unser kommendes Kind haben, ich habe dann allerdings auch schon gehört das es zu Problemen kommen kann. Probleme im Sinne von man muss bei allem Möglichen erst die Zustimmung auch von Papa einholen und das kann ja nicht immer so einfach und kann manchmal etwas dauern. Wenn nun aber schnell eine Entscheidung getroffen werden muss, reicht es da wenn ich alleine entscheide, oder ist seine Meinung zwangsläufig wichtig, weil manchmal muss es ja schnell gehen (denke da an Bluttransfusionen, Sachen bezüglich Schule usw usw)?

Mir/uns geht es da in erster Linie um das Kindeswohl. Nach der Entlassung würde ich ihm spätestens das Volle Sorgerecht zuerkennen.

Habt ihr da Erfahrungen und könnt mir weiter helfen, ggf auch mit ein paar Gesetzesbeschlüssen zum Thema?

hardy

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Freitag, 10. Mai 2013, 15:23

Vor 5 Monaten hat sich durch eine Gesetzesänderung eine neue Rechtslage ergeben und ich zitiere aus dem Wikipedia-Artikel "Elterliche Sorge(Deutschland)" die entsprechende Passage:

..."Gesetzliche Reform der elterlichen Sorge bei nichtehelichen Kindern im Jahre 2013

Infolge der Rechtsprechung des Europäischen Gerichtshofes hat der Bundestag im Januar 2013 die elterliche Sorge gesetzlich neu geregelt.[11] Die Rolle der nichtehelichen Väter wird künftig gestärkt werden.

Die Gesetzesänderung legt unter anderem fest, dass der Vater die Mitsorge auch ohne Zustimmung der Mutter erhalten kann. Er muss dies beim Familiengericht beantragen - dort jedoch nicht mehr nachweisen, dass das gemeinsame Sorgerecht dem Kindeswohl zugute kommt. Vielmehr gilt das Prinzip der "negativen Kindeswohlprüfung": Die Richter sprechen den Eltern demnach das gemeinsame Sorgerecht zu, falls dies dem Kindeswohl nicht widerspricht. Das Gericht muss der Mutter vor seiner Entscheidung die Möglichkeit geben, innerhalb einer Frist von mehreren Wochen Einwände gegen das gemeinsame Sorgerecht vorzubringen. Falls die Mutter keine Gründe gegen das gemeinsame Sorgerecht vorträgt, soll das Gericht nach Aktenlage entscheiden - also ohne persönliche Anhörung der Eltern oder der Vertreter des Jugendamts.

Der Bundesrat hat am 1. März 2013 das sog. Einspruchsgesetz gebilligt und der Bundespräsident muss es noch unterzeichnen.[12] . Es tritt am 19.5.2013 in Kraft, wie am 19.04.2013 aus dem Bundesjustizministerium per Pressemitteilung vermeldet wurde."........

Ob diese Neuerungen verfassungdkonform sind, scheint strittig zu sein.

Lieben Gruß

hardy
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WaitingH (10. Mai 2013, 16:46), waldfee60 (10. Mai 2013, 19:21)

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Freitag, 10. Mai 2013, 16:11

Hallo Waiting,

aus meiner persönlichen Erfahrung würde ich dir raten, erstmal versuchen, das alleinige Sorgerecht zu erhalten. Immer diese zweite Unterschrift vom anderen Elternteil einzuholen ist extrem nervig, wie du dir das natürlich ja auch selbst schon ausgemalt hast.

Wenn er aus der Haft entlassen ist, dann "darf" er gerne was davon abhaben, ich würde allerdings ein gemeinsames Sorgerecht wählen, statt ihm das volle - alleinige - zusprechen zu lassen. Normalerweise sollte das in einer funktionierenden Beziehung aber mal gar kein Problem werden!
Wie das allerdings ist, mit dem Unterhalt, da sollte er sich vielleicht vorab in der JVA mal informieren. Er kann ggf. einen Antrag stellen, Unterhalt zu überweisen von dem Geld, das sonst auf sein Eigengeldkonto käme.

Dem Kind ist der rechtliche Kram in erster Linie mal völlig wurscht, für das Kind sind andere Dinge, die es "greifen" kann deutlich wichtiger. Gefühle für oder von einem Papa, die lassen sich nicht behördlich regeln.

VLG die Miss

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WaitingH (10. Mai 2013, 16:47)

WaitingH

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Freitag, 10. Mai 2013, 16:45

Hallo MissP,

also ich würde schon ein gemeinsammes Sorgerecht machen und es ihm nicht alleine aufdrücken, das steht fest, die Frage ist halt wirklich ob bei einem gemeinsammen Sorgerecht zwangsläufig zusammen entschieden werden muss, oder ob ich eben auch Entscheidungen alleine treffen kann ohne das ich ihn explizit fragen muss! Dann würde ich ihm so oder so seinen Teil am Sorgerecht zusprechen.

Wenn er auf die Familienorientierte Wohngruppe kommt gehen 30% von seinen Einkünften an mich fürs Kind, zusätzlich bekomme ich mit seiner Haftbescheinigung beim Jugendamt UVG + glaub noch etwas mehr, weil er ja keinen vollen Unterhalt leisten kann, darum hat er mir die schon per Post zukommen lassen. Alles in allem tut er was er kann! :)

Dispo

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Freitag, 10. Mai 2013, 19:03

Eine Moeglichkeit waere das Sorgerecht gemeinsam auszufuehren und ihm bitten eine Vollmacht zu unterschreiben das Du waehrend er in der Haft ist, er Dir die Enscheidungen ueberlaesst. Frang mal Hardy ob das moeglich ist, ich bin kein Jurist.
Bernd

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WaitingH (11. Mai 2013, 00:02)

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Freitag, 10. Mai 2013, 22:12

die Frage ist halt wirklich ob bei einem gemeinsammen Sorgerecht zwangsläufig zusammen entschieden werden muss, oder ob ich eben auch Entscheidungen alleine treffen kann ohne das ich ihn explizit fragen muss!


Ja... leider! Also, so "Kleinkram" wie Impfungen oder so, da kräht kein Hahn danach... aber, ich hatte ja vor Kurzem das Vergnügen. Mein Exmann musste nicht nur die Anmeldung für die weiterführende Schule mit unterschreiben, er musste sogar unterschreiben, dass wir das Gespräch mit der Lehrerin geführt haben und sie uns aufgeklärt usw. hat. Das ist schon echt lästig! Und - das ist ja noch recht einfach, weil er ja nicht inhaftiert ist und auch nur ein paar KM weiter wohnt.

WaitingH

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Samstag, 11. Mai 2013, 00:05

Dann werde ich mal sehen ob es mit einer "Generalvollmacht" geht, das hatte ich heute irgendwo gelesen.
Ich kan ihm das Sorgerecht mitgeben, aber er kann mir die Entscheidungen wärend der Haftzeit somit überlassen, damit sollte es glaube und hoffe ich gehen und wir haben keine großen, nervigen Probleme mit dem Ganzen! :)

hardy

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Samstag, 11. Mai 2013, 00:38

Im Familienrecht bin ich nicht sonderlich firm, doch gibt es wohl immer noch die Möglichkeit einer Vollmacht, wie folgt:

"Wenn Eltern das Sorgerecht nicht gemeinsam ausüben wollen oder können

Dann besteht zunächst die Möglichkeit, dass ein Elternteil dem anderen eine umfassende Vollmacht zur alleinigen Wahrnehmung der Sorgerechtsaufgaben erteilt. Eine solche Vollmacht ist formlos wirksam und muss nicht notariell beglaubigt oder durch ein Gericht bestätigt werden.

Die Vollmacht kann auch auf bestimmte Aufgaben des elterlichen Sorgerechts (Gesundheitsfürsorge, Vermögenssorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Entscheidungen über Ausbildung und Beruf) beschränkt werden und ist auch widerruflich.

Oft erspart eine solche Vollmacht Streit vor dem Familiengericht und schont somit die Kinder vor den meist notwendigen Anhörungen durch Jugendamt oder Familiengericht - und somit von der Einbeziehung in den Streit ihrer Eltern. "
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WaitingH (11. Mai 2013, 23:33), Biina84 (11. Mai 2013, 23:41)

mimi01

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Samstag, 11. Mai 2013, 07:23

Guten morgen und hallo, an deiner stelle würde ich solange er in haft ist das alleinige sorgerecht nehmen und sobald er wieder da ist könnt ihr immer noch zum jugendamt gehen und das gemeinsame sorgerecht machen.so wie miss im grunde schon geschrieben hat...aus meinen erfahrungen ist es so momentan echt die beste lösung.weil es ist wirklich echt nervig wenn man andauernd ne vollmacht brauch und wenn's dumm kommt brauchste auch noch sein ausweis als abgleich wegen unterschrift.hab das gestern grad wieder durch,wollte den reisepass für unseren großen aktualisieren lassen und was brauche ich vollmacht vom papa samt ausweis.selbst für kindergarten später brauchste eine vollmacht.ein gemeinsames sorgerecht rennt nicht weg :) lg mimi

10

Samstag, 11. Mai 2013, 09:15

Die Vollmacht kann auch auf bestimmte Aufgaben des elterlichen Sorgerechts (Gesundheitsfürsorge, Vermögenssorge, Aufenthaltsbestimmungsrecht, Entscheidungen über Ausbildung und Beruf) beschränkt werden und ist auch widerruflich.


Sorry, dass ich da nochmal einhake... ich habe von der Schule die Aussage bekommen, dass er die Anmeldung definitiv selbst unterschreiben muss, eine Vollmacht darüber, dass das Vorgespräch mit mir allein geführt werden kann, wäre okay. Er fand es ziemlich nervig, zweimal deswegen herzufahren... Möglicherweise wäre das was anderes, läge eine Haftbescheinigung vor, aber - will man die wirklich überall vorlegen?

WaitingH

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Samstag, 11. Mai 2013, 23:39

Die Haftbescheinigung habe ich ja vorliegen, wäre für mich auch kein Problem sie vor zu legen.
Wir machen da eigentlich kein großes Hehl drumherrum, bringt ja auch nichts...

waldfee60

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12

Sonntag, 12. Mai 2013, 11:31


Wenn er auf die Familienorientierte Wohngruppe kommt gehen 30% von seinen Einkünften an mich fürs Kind, zusätzlich bekomme ich mit seiner Haftbescheinigung beim Jugendamt UVG + glaub noch etwas mehr, weil er ja keinen vollen Unterhalt leisten kann, darum hat er mir die schon per Post zukommen lassen. Alles in allem tut er was er kann! :)


Er kann beim Jugendamt für die Zeit seiner Inhaftierung, einen Antrag auf Nullstellung für den Unterhalt stellen.

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Jeder Anfang hat ein Ende wobei dieses Ende ein neuer Anfang sein wird
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WaitingH (24. Juli 2013, 19:32)

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Sonntag, 12. Mai 2013, 12:05


Wenn er auf die Familienorientierte Wohngruppe kommt gehen 30% von seinen Einkünften an mich fürs Kind, zusätzlich bekomme ich mit seiner Haftbescheinigung beim Jugendamt UVG + glaub noch etwas mehr, weil er ja keinen vollen Unterhalt leisten kann, darum hat er mir die schon per Post zukommen lassen. Alles in allem tut er was er kann! :)


Er kann beim Jugendamt für die Zeit seiner Inhaftierung, einen Antrag auf Nullstellung für den Unterhalt stellen.

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Das kann ich machen, mit seiner Haftbescheinigung, die hat er mir schon zukommen lassen! :)