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hardy

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Montag, 13. August 2012, 16:41

Bei Tee und Käsebrot - Neues aus Tegel

"Im Rechtsstaat Deutschland klingen die Vorwürfe ungeheuerlich: Eine gute Woche musste ein Häftling in der Justizvollzugsanstalt Berlin-Tegel ohne warme Mahlzeit in Einzelhaft verbringen. Der Mann wurde gequält, sagen Mitgefangene. Der Mann sei eine Gefahr gewesen, sagt die Verwaltung. "

mehr.......

http://www.sueddeutsche.de/panorama/krit…ebrot-1.1440153

Bitte auch Seite 2 lesen, wer mag.

Ich stimme dem Vollzugsbeirat voll zu.

Lieben Gruß

hardy
Je mehr man verurteilt, desto weniger liebt man.
Honore´de Balzac

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EveJ (13. August 2012, 21:35), Angieengel (14. August 2012, 14:05), Chris (14. August 2012, 14:21), Regina (14. August 2012, 16:41)

Chris

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2

Dienstag, 14. August 2012, 14:10

Der Mann wurde gequält, sagen Mitgefangene. Der Mann sei eine Gefahr gewesen, sagt die Verwaltung. "
Als Ex - Inhaftierter sollte ich mich aus Loyalität eigentlich auf die Seite der Gefangenen stellen, wäre aber falsch, denn es würde nicht meine Meinung wiedergeben.
Ich empfinde es als eine Qual, wenn Frösche mit einem Strohhalm aufgeblasen werden, bis sie platzen oder wenn Katzen auf Eisengitter stehen, die unter Strom gesetzt werden. Ebenso ist es eine Qual, wenn in der dritten Welt Kinder an Hunger und Durst sterben oder Kriegen zum Opfer fallen.

Hier geht es um die Reduzierung einer Tagesmahlzeit und das für 8 Tage!
Das ist, so komisch wie es klingen mag nicht nur in Tegel verhängt worden, sondern auch schon in meiner Haftanstalt. Der Gefangene XYZ hat jeden Abend seine Brotscheiben vom Vortag aus dem Zellenfenster geworfen und wurde daraufhin zuerst mit einer reduzierten Anzahl von Brotscheiben diszipliniert und als das nicht geholfen hat, wurde an ihm für drei Tage kein Brot mehr ausgegeben.
Geholfen hat diese Bestrafung zuerst nicht, erst als man den Gefangenen auf einen Haftraum verlegt hat, dessen Zellenfenster mit einem zusätzlich enges Maschengitter ausgestattet war, hat es geholfen.

Es liegt also immer ganz allein an dem Inhaftierten selbst, ob er diszipliniert wird oder nicht. Mancher Gefangener macht es sich zum Hobby, die Hausordnung zu bekriegen und machen es nicht nur den Vollzugsbeamten schwerer, sondern auch den Inhaftierten die sich an die Hausordnung halten.
Denn die beschlossenen Maßnahmen, wie die Zellenfenster mit diesen Maschengittern auszustatten, galt dann für alle Hafträume und ich kann Euch sagen, sich so den Himmel abends anzuschauen ist noch beklemmender als nur durch Gitterstäbe zu sehen.

Sorry hardy, aber ich kann dem Vollzugsbeirat nicht voll zustimmen. Der war nicht vor Ort und konnte das "ausrasten" des Gefangenen nicht so beurteilen wie das die betroffenden Beamten konnten.
Ebenso sind die Zeugenaussagen der Inhaftierten für mich etwas fragwürdig, denn wenn es zu solchen Auseinandersetzungen kommt, werden die Inhaftierten in Sekunden von Bruchteilen in die Zellen eingeschlossen, egal vor welcher Zelle sie sich gerade befinden. Ich habe es mehr als nur einmal mit bekommen, wie schnell so ein "Einschluß" erfolgt.
Du hängst da plötzlich zwischen einer ½ und einer Stunde, mit einem anderen Inhaftiern in einem Haftraum und weißt gar nicht was genau los ist.

Man sollte sich auch mal vor Augen halten, dass es hier nicht nur um die Sicherheit der Vollzugsbeamten geht, sondern auch um die Sicherheit des Inhaftierten.
Wer auf einmal so ausrastet muss damit rechnen das es Folgen hat, und der Anstaltsleiter der ja für beide Seiten die Verantwortung trägt, muss immer etwas Fingerspitzengefühl besitzen.
Das hat hier meiner Meinung nach der Anstaltsleiter auch bewiesen, dass Mittagsessen für acht Tage auszusetzen, damit man dem Inhaftierten (zur seiner eigenen Sicherheit) kein Essbesteck aushändigen muss. Klar man kann sich auch mit anderen Gegenständen das Leben im Knast nehmen, aber stellt Euch mal die Bildschlagzeile vor, wenn man ihm Besteck ausgegeben hätte und er sich damit die Schlagader durchschnitt.

JVA gab Suizidgefährdeten das
Messer!


Vielleicht hätten es 4 oder 5 Tage auch ausgereicht, aber darum ging es ja nicht.
Hier geht die Verhältnismäßigkeit und die ist meiner Meinung nach auch gegeben.
Hier wurde aber ein "ausrastender" Inhaftierter diszipliniert und nicht jemand der die Arbeit verweigert.
Würde man solche Disziplinarmaßnahmen willkürlich und ohne groß nachzudenken fällen, würde auch ich Sturm laufen.

Gruß
Chris
Was doch für ein Netz wir weben,
wenn wir den Weg der Täuschung gehen.

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Regina (14. August 2012, 16:41), Zemra (14. August 2012, 16:52), hardy (14. August 2012, 17:02), Angieengel (16. August 2012, 01:10)

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